2018 | Tatra | Tour-Tagebuch

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7. Tag (Freitag, 17. August 2018)

Von Znojmo nach Lohberg

Um es vorweg zu nehmen: welch ein angenehmer Tag!!!
Nach dem Tanken kurz vor der Grenze, reisen wir nach Österreich ein. Die Beschilderung nach der Grenze weist auf das Weinviertel hin. Wein habe ich nicht gesehen, wohl aber riesige Felder mit Kürbissen und Sonnenblumen. Später heißt es: Waldviertel. Wald gibt es reichlich. Die richtige Bezeichnung ist: Mühlviertel. Keine Mühlen in Sicht.
Die Landschaft ist herrlich. Sattes Grün, von Regenmangel keine Spur, der Mais steht übermannshoch! Große, größtenteils schon abgeerntete Felder, stattliche Höfe, weite Blicke übers Land und immer wieder Wald mit kühler Luft. Wir fahren am Wirtshaus am Demutsgraben vorbei, was gibt es dort wohl zu essen, durchqueren viele Dörfer mit skurrilen Namen: Kainrathschlag und Negers, in Minidorf stehen aber große Offenställe und große Häuser. Wir durchqueren Groß Gerungs, wo im Fleischereigasthof Hirsch die Pilger in die Steiermark 2017 mäßig gebettet, aber hervorragend ernährt wurden.
Die Mittagspause findet in Liebenau statt, im Gasthof ist Schnitzeltag; ich kann Euch sagen: Es waren keine Kinderteller.
Danach immer weiter schöne Straßen, die sich ohne Mühe wie von selbst auch zügig befahren lassen. Ein breites Grinsen zwingt zum Öffnen des Visiers, lädt allerdings auch ein unbekanntes Flugobjekt zu mir in den Helm ein, das mich vor lauter Freude ins Kinn sticht. Eine Notbremsung war erforderlich – nochmal gut gegangen!
Unbemerkt überqueren wir die deutsche Grenze und sind wieder im Wald, im Bayerischen nämlich. Wir fahren am Großen Arber vorbei, immer noch auf wunderbaren Straßen und landen schließlich nach ca. 340 km in Lohberg, unserem heutigen Ziel. Beim Abendessen wurden wir mit der Roten Domina aus Volkach allerdings nicht recht warm, mit dem übrigen Essen aber durchaus.

Seit vielen Jahren begleitet mich auf meinen Motorradreisen folgender Text von Marc Levy:
„Stell Dir vor, jeden Morgen stellt Dir eine Bank 86.400 Euro auf Deinem Konto zur Verfügung. Du kannst den gesamten Betrag an einem Tag ausgeben. Allerdings kannst Du nichts sparen, was Du nicht ausgegeben hast, verfällt. Aber jeden Morgen, wenn Du erwachst, eröffnet Dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86400 Euro für den kommenden Tag. Außerdem kann Dir die Bank das Konto jederzeit ohne Vorwarnung schließen. Sie kann sagen: das Spiel ist aus. Was würdest Du tun?
Dieses Spiel ist Realität: Jeder von uns hat so eine magische Bank: die Zeit. Jeden Morgen bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren. Aber jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen!!

Während dieser Reise habe ich jede Sekunde von meinem Konto gelebt, allein und in Gemeinschaft.

Thomas

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