2018 | Schweiz & Oberitalienische Seen | Tour-Tagebuch

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Tagebuch der Teilnehmer an der Motorrad-Pilgerfahrt in die Schweiz & Oberitalienische Seen

1.-09. September 2018


1. Tag (Samstag, 01. September 2018)

Drüggelter Kapelle – Auberge Le Journal, St. Wendel

Um 9 Uhr trafen wir uns an der Drüggelter Kapelle am Möhnesee bei frischen ca. 7 Grad aber herrlichem Sonnenschein.
Wir legten das Helmkreuz in der alten historischen Kapelle und machten uns um 9:30 Uhr in 3 Gruppen auf die Reise Richtung St. Wendel.
Entfernung ca. 360 km. Wir fuhren durch wunderschöne Landschaften und machten eine längere Rast am Loreleyfelsen. Von dort waren es noch 120 km zu unserem heutigen Ziel.

Unser Zündfunke zu Beginn unserer Reise hieß: „Was lasse ich hinter mir? Worauf freue ich mich?“

Am Ziel angekommen wurden wir verwöhnt mit leckerem Rindergoulasch, selbstgebranntem Schnaps einem üppigen super leckeren Nachtisch. Anschließend noch in jeder Gruppe ein kurzes aber intensives Nachtickern über den Zündfunken.
Ich persönlich empfand den ersten Tag mit wunderbaren Wetter, gut gelaunten Pilgern und traumhafter Landschaft als ein Geschenk in meinem Leben und bin sehr dankbar, dass ich dabei sein durfte.

Elke

 


2. Tag (Sonntag, 02. September 2018)

Auberge Le Journal – Hotel Landgasthof Kranz, Görwihl-Segeten

Heute Morgen stand im Mittelpunkt des Zündfunken, das Gebet um Lebensfarben. Und so war unsere „Aufgabe“ im Laufe des Tages darüber nachzudenken, welche zwei Farben (heute) für uns wichtig sind.
Wir hatten eine lange Strecke vor uns und haben uns gemeinsam entschieden durch Frankreich zu fahren. Über einige Nationalstraßen und dann kleinere ging es durch´s Elsass mit vielen schönen Orten, Straßen, Feldern und Wäldern. Hier warteten auch ein paar schöne Kurven auf uns. Bei Marckolsheim ging es über den Rhein in den wunderschönen Kaiserstuhl und irgendwann durch´s Münstertal die hohen Schwarzwaldberge hoch über tolle Strecken zum heutigen Ziel.
Welche Farben sind mir wichtig? Ich habe es nicht auf heute bezogen, sondern eher allgemein aufgefasst.
Immer schon ganz wichtige Farben für mich sind grün und blau. Das Grün der Bäume und des Grases, ganz frisch im Frühling lässt meine Lebensgeister jubilieren. Wenn dann noch das Strahlen eines blauen Himmels dazu kommt ist die Freude an der Natur kaum noch zu toppen.
In der Schule konnte ich von meinem Platz aus durch ein schmales Fenster die Krone einer Birke vor dem Himmel sehen. Wenn im Frühling die frischen Birkenblätter vor dem blauen Himmel sich im Wind bewegten, hätte ich vermutlich was anderes tun sollen, als nur aus dem Fenster zu schauen und zu träumen und zu staunen.

Ich wollte auch immer gerne blau und grün bei meiner Kleidung kombinieren, was aber nicht geklappt hat. Die Generation über mir, nicht nur meine Mutter, auch andere, sagten mir das passe nicht zusammen und das trägt man nicht. Den genauen Spruch, den ich hörte, möchte ich hier nicht zitieren.
Viele Jahre später heiratete meine Schwägerin und meine Schwiegermutter bot sich an, mir ein Kleid zu nähen. Mit dem Stoff, den ich mir ausgesucht habe, ein Karo aus mint, eisblau und weiß, war sie nicht einverstanden, aber trotzdem hat sie mir ein wunderschönes Kleid genäht.
1 Jahr später, ich war mit unserem 3. Kind schwanger und zu einer weiteren Hochzeit eingeladen, hat sie es mir den Umständen entsprechend geändert. Das hat mir viel bedeutet.

Oft habe ich darüber nachgedacht, warum blau und grün nicht zusammenpassen sollten. Für mich sind es immer schon Farben, die einfach zusammen gehören. Warum hat Gott den sonst so viele Bäume mit so vielen unterschiedlichen Grüntönen bei den Blättern oder Nadeln und den Himmel mit so vielen verschiedenen Blautönen im Laufe eines sonnigen Tages versehen???
Heute bei der Fahrt durch die Rheinebene auf den Schwarzwald zu, habe ich es wieder gesehen. Zugegeben: der Himmel war mehr grau als blau, aber die Farbe der Berge machte alles wett. Sie waren in der Ferne blau, je näher wir kamen, desto mehr löste sich dieses Blau auf in verschiedene Farbtöne zwischen blau und grün, bis aus der Nähe jeder Baum und jeder Strauch, jede Pflanze wieder ihr eigenes Grün hatte.
Wie hat doch Gott diese Farben so wunderbar erschaffen.

Elisabeth

 


3. Tag (Montag, 03. September 2018)

Hotel Landgasthof Kranz – Hotel Grimsel, Obergesteln

Hallo Rosa,
als Nachfolgerin von Lila ist das zwar nicht dein offizieller Name, aber ich nenne dich jetzt einfach so!

Ich sitze hier in der Abendsonne im Hotel Grimsel im Wallis mit einem traumhaften Blick in die Schweizer Bergwelt. Heute ist der dritte Tag der Pilgern-mit-PS-Tour in die Schweizer Alpen und an die Oberitalienischen Seen. Gerade haben wir „nachgetickert“ und unser „Einlaufgetränk“ genossen und festgestellt, dass es ein wunderbarer Tag war.

Aber von Anfang an…
Heute Morgen starteten wir unsere Tour in Görwihl, einem kleinen Ort im Schwarzwald. Nach einigen schönen „Schwingkurven“- die wir gestern übrigens alle durch das Münstertal zum Landgasthof Kranz sehr super fanden – kam der erste Halt schon sehr schnell, denn die Versorgung mit Proviant für unser Picknick und noch Tanken vor der Schweizer Grenze waren der zweite Programmpunkt dieses Tages.
Was war der erste? Na, natürliche der morgendliche „Zündfunke“ mit dem Impuls für den Tag – und dem etwas misslungenen Versuch, „Laudate omnes Gentes“ zweistimmig zu singen – Wir üben dran!
Der Impuls des Tages lautete: „Was ist mir heute besonders gut gelungen?“… aber darüber später. Also, weiter ging es über die Schweizer Grenze, nicht ohne dass Wolfgang uns nochmal eindringlich auf die Geschwindigkeitsbeschränkung in der Schweiz hinweist – hohe Strafen drohen bei Nichteinhaltung. 55 € bei einem km/h Übertritt, bei Nicht-Bezahlen Beschlagnahmung des Moppeds – Knast!
Ich erwähne das, weil es mich und auch andere in der Gruppe anfangs etwas gestresst hat – der Blick ging mehr auf den Tacho als auf die Straße. Wobei ich persönlich zum Teil die Entschleunigung auf der Landstraße auch genossen habe, da konnte ich mehr in die Gegend schauen… Schön!
Dann wurde es echt „ätzend“. In Aarau gefühlte 250 Baustellen. Stop and Go usw. In den ersten beiden Stunden Durchschnitt von 35 km gefahren. Nervig!
Aber dann, nach der Kaffeepause stieg die Stimmung wieder und die Fahrt über den Glaubenbüelenpass entschädigte uns für die bisherige Fahrt – besonders Gerd, Elke und Rainer, die beim „Freien Fahren“ mal endlich richtig am Kabel ziehen konnten.
Wir anderen vertrauten lieber weiterhin der Führung unseres Tourguides Wolfgang.
Und dann kam der Nebel, man sah, dass man (fast) nichts sah… das beeinträchtigte aber unsere gute Laune nur wenig – wir fanden kurze Zeit später bei der Abfahrt einen super Picknickplatz mit toller Aussicht und nahmen danach den Grimsel-Pass in Angriff – Überwältigend, ich hätte mich nicht über ein paar Trolle am Straßenrand gewundert, fühlte mich wie in einer Märchenwelt… und unten glitzerte der See. Leider auch hier, kurz vor der Passhöhe und auf dem Pass: Nebel! Schade!

Deshalb kein Furka-Pass, sondern direkt ins Hotel Grimsel – tja, und wieder die Ersten!!! ?
Was mir ermöglicht, dir jetzt schon vor dem Abendessen mitzuteilen, wie dieser Tag war.
Und… was meine Gedanken zum Tagesimpuls sind. Denn für mich war es der bisher wichtigste Impuls, da ich in den vergangenen beiden Tagen Angst hatte, diese Tour nicht zu schaffen – als relative Anfängerin und zum ersten Mal mit einer Gruppe in den Alpen.
Das habe ich gestern Abend auch in der Großgruppe gesagt – und sehr viel Verständnis und Zuspruch erfahren!
Dadurch habe ich wieder Mut gewonnen (und endlich gut geschlafen) und Selbstvertrauen - in mich, die Gruppe und in meinen Schutzengel.
Dafür danke ich Euch! …Auf zu neuen Pässen!

Ute

 


4. Tag (Dienstag, 04. September 2018)

Hotel Grimsel – Agriturismo Giacomino, Sorico

Pilgern mit PS in den Schweizer Alpen und auf dem Weg nach Italien.
Der Morgen begrüßt uns mit Sonnenstrahlen durch den teils blauen Himmel, die Gipfel des Wallis erscheinen schon im Sonnenlicht. Nach dem ausgiebigen Frühstück beginnt unser Pilgertag mit dem Lobgesang – dem Zündfunken.
Der Gedanke des Tages wird durch die Fragen nach unserem Ziel und Beweggrund dieser Reise mitgegeben. Nach einer kurzen Tour-Besprechung starten die drei Gruppen ihren spannenden Weg. Uns erwartet bereits nach kurzer Fahrt die erste Passstraße zum Nufenen-Pass. Welch eine grandiose Bergwelt, welche großartigen Bilder, die kühle Luft erfrischt uns. Die Highlights werden heute nicht abreißen. Den Gotthard wollen wir über die alte Kopfstein-Straße erklimmen und werden erstmal an einer Baustellenampel gesammelt. Dort treiben uns die Senner ihre Kuh-Herde entgegen. Wohlgenährt und selbstbewusst wählen sie ihren Weg durch die wartenden Fahrzeuge. Die Tiere haben bereits einen langen Weg hinter sich und haben uns einen Kuh-Fladenslalom aufgebaut. Oben am Pass schauen wir erstmal wo die Sommersprossen des Kuhdungs getroffen haben. Wir besuchen die Kapelle mit ihrer einzigartigen Akustik. Unser Gebet und Gesang erfreuen auch die anderen Zuhörer.

Dann zum Oberalp-Pass und durch mehrere Schluchten der Rheinschlucht und der Rofflaschlucht. Es war manchmal (kritisch) eng, besser gesagt „spannend“ zusammen mit Baugerät, LKW und anderen „Rockern“ unterwegs zu sein.
Unser Weg führt uns durch die Via Mala zum Splügen-Pass, dem Grenzübergang nach Italien.
Die lange Anfahrt zum Alm-Gasthaus Giacomino fordert uns heraus, dafür belohnt uns der Blick auf den Comer See und die Stadt im Tal geschätzte 1000 m unter uns.

Der heutige Tag hat meine Erwartungen reichlich erfüllt. Mein Ziel ist es aber auch als Pilger unterwegs zu sein umgeben von lieben netten Menschen. Unsere Lieder in der Gotthard-Kapelle berühren mich. Laudate omnes gentes - singt und lobt den Herrn, unsere Freunde und unser Dank bekamen einen Ort an dem wir dies ausdrücken konnten.

Matthias B. aus E.


5. Tag (Mittwoch, 05. September 2018)

Agriturismo Giacomino – gepäckfreier Tag

Bergfest – die Hälfte ist schon geschafft!!
Nach einem süßen italienischen Frühstück treffen sich die Pilger zum Zündfunken auf einer sonnenbeschienenen Wiese mit großartigem Blick ins Tal. Anlässlich des Bergfestes gibt es einen kleinen Gottesdienst mit dem Gedanken – was bedeutet die Pilgerreise für mich.
In 6 Gruppen werden Gedanken dazu ausgetauscht – in der großen Gruppe danach reflektiert. Stichworte dazu; eine Reise antreten, Reise ins Innere, Grenzerfahrung, Verantwortung, Achtsamkeit.

Da heute gepäckfreies Fahren angesagt ist, teilen sich die Fahrergruppen auf. Eine nicht ganz kleine Gruppe von Pilgern möchte den Tag im Giacomino und Umgebung verbringen, den Strapazen des vorigen Tages geschuldet. Eine Kleingruppe aus 2 Pilgern – Wolfgang K. und Gerd fahren als erste los um mal ordentlich am Kabel zu ziehen.

Unser 1. Ziel nach einem Tankstopp ist der Pass St. Marco, sehr lang und kurvenreich. Es ist wieder eine grandiose Landschaft, die sich auftut, weite Täler, bewaldete Berge, schroffe Felsformationen, Ausblicke, die das Herz öffnen und die man nicht so schnell vergisst. Oben angekommen ist vom Mittelmeerklima nichts mehr da bei 15 Grad. Nach einem kurzen Aufenthalt geht es wieder passabwärts und die Eindrücke der Landschaft ringsherum bleiben überwältigend. Eine schöne Straße durch eine Schlucht wird passiert und als Sozia kann ich mich nicht sattsehen. So viele Eindrücke…
In Bergamo angekommen durchfahren wir die Stadt bis wir auf ein aufgeregtes Winken aufmerksam werden. Vor einer Panetteria sitzen die Heizer. Sie sind schon mit dem Essen fertig und empfehlen uns Panini und Tramezzini die unseren Hunger stillen.
Die Rückreise führt uns durch kleine, von der Nachmittagssonne beschienene Örtchen, durch lange Tunnel und schließlich ein Stückchen am Comer See entlang.
Die gefürchtete Auffahrt zum Giacomo hat einiges von ihrem Schrecken verloren, dennoch gibt es kleinen Zwischenfall.

Wir sind froh und dankbar, dass wir am Ende des Tages alle wieder zusammen sind und genießen ein üppiges Abendessen.
Das war ein schöner Tag, dem sicher noch einige folgen.

Bärbel C.


6. Tag (Donnerstag, 06. September 2018)

Agriturismo Giacomino – Hotel Edelweiß, Schlinig

„Die Freuden und Leiden der Kleinen Hondi“.
Ich glaube, ich muss mich erstmal kurz vorstellen.
Ich bin die kleine CBF, ich möchte aber lieber Hondi genannt werden. CBF klingt fast so schrecklich wie GS oder ZR, ätzend, deshalb lieber Hondi.
Mein Besitzer ist auch dieses Jahr wieder auf einer Pilgerfahrt unterwegs. Und dazu braucht er mich. Ich finde es immer spannend, bevor es losgeht. Dann gibt es frisches Öl und dieses Jahr gab es auch ein Paar neue Schuhe…

Jetzt sind wir aber schon seit einigen Tagen unterwegs und in Italien angekommen. Wie ihr sicher wisst: ich habe italienisches Blut in mir. Ach war das schön, mal wieder die Kurven ausfahren zu können. Letzte Nacht habe ich ja schön geschützt unter einem Dach geparkt. Aber am Morgen war ich doch etwas unruhig. Plötzlich standen so viele nackte Schafe um mich herum und schnupperten an mir. Bääh!!!! Gut, dass ich keine kleinen Köddel abbekommen habe.
Mein Fahrer war währenddessen mit dem Zündfunken beschäftigt:
Wo will ich ankommen?
Wer bin ich?
Das sind ganz schön schwierige Fragen, auf die ich so auch keine Antworten parat habe.
Heute wollen wir jedenfalls erstmal wieder Richtung Heimat in den schönen Vintschgau fahren.
Nach der schönen, jetzt schon fast bekannten Abfahrt zum Comer See geht es erstmal im italienischen Gewusel Richtung Maloja-Pass - schön, dass wir hinter Chiavenna wieder freie Fahrt haben. In Bondo passieren wir den mächtigen Gebirgssturz von 2017. Es liegen immer noch mächtige Geröllmassen im Dorf und in der Nähe der Straße. Wie mächtig und auch schrecklich kann die Natur sein.

An einer kleinen schlichten Kirche ist ein kurzer Stopp, wo ich kurz verschnaufen kann. Als wir wieder in der Schweiz angekommen sind und die Passhöhe erreicht haben, öffnet sich das Tal. Ein strahlend türkisfarbener See tut sich auf. Am Silvaplanersee kann man sich sehen lassen und auch gesehen werden. Herrlich ist es auf den ordentlichen nicht so holprigen Straßen der Schweiz dahinzufahren. Aber ehrlich, in St. Moritz, dieser mondänen Welt möchte ich nicht Urlaub machen.
Schnell ist der Bernina-Pass erklommen, bei der Einfahrt in Livigno werde ich nun doch richtig nass. Vorher hatte mich auf der Bernina-Passstraße auch so ein blödes Straßenreinigungsfahrzeug schon ein wenig geduscht. Ich bin auch wieder etwas durstig geworden. Gott sei Dank steuert mein Besitzer eine Tankstelle an. Nach einigen technischen Problemen mit der Zapfsäule gibt es wieder etwas Sprit. Ich hoffe nur, es ist kein billiger Fusel, weil sich mein Fahrer über den günstigen Spritpreis freut.
Eine etwas längere Verdauungspause steht auch an, denn auch mein Fahrer muss wohl etwas trinken.

Gott sei Dank ist es auch schnell mit dem Regen vorbei. Etwas holperig geht es an einer Baustelle aus Livigno heraus, wie hasse ich das Stoppen und Anfahren im Stau. Kurz vor Bormio fahren wir auf einer genialen Abkürzung direkt auf die Stilfser-Joch-Straße. Schnell geht es weiter in die Höhe. Schnee- und Eisbedeckte Berge tauchen auf.
In einem schmalen Tunnel muss ich noch einmal kurz die Luft anhalten, ganz schön eng darin. Gut, dass jetzt hier eine Ampel installiert ist.
An einer Felswand kann man die Verwerfungen im Gestein deutlich erkennen. Mit welcher Kraft sind die Alpen in die Höhe gepresst worden.
Oben am Umbrailpass tauchen wieder dunkle Wolken auf. Rasch geht es deshalb runter ins Tal. Glück gehabt, nur einige Tropfen abbekommen! Unten angekommen sieht man schon von weitem den Vinschgauer Sonnenberg. Nur noch rasch in das Schlinig-Tal hinein, an der mächtigen Klosteranlage Marienberg vorbei.

Was war das wieder eine schöne Tour. Toll, was die Organisatoren von Pilgern mit PS immer wieder planen. Aber das Beste kommt wie immer zuletzt: Meine Garage, ich konnte es kaum glauben, ist wie ein Wohnzimmer für mich. Schön seine Räder nach so einer Tour auf einem Teppichboden ausstrecken zu können. Mein Besitzer muss wohl in der Küche schlafen.
Vielen Dank!

Stefan


7. Tag (Freitag, 07. September 2018)

Hotel Edelweiß – Braugasthof Adler, Hundersingen

Hallo Rosa!
Deine große Schwester Lila war die erste, die ihren Weg zu mir gefunden hat, insofern freue ich mich, nun auch Dich einen Tag lang begleiten zu dürfen. Die Entscheidung ist dir heute Morgen ja nicht leicht gefallen. Lag es an den Wetteraussichten?
Erst als Wolfgang dir das kleine Schwarze überzog, hast du deine unentschlossene Kurverei beendet.
Ich fand die Sache mit dem Überzieher eine gute Idee und habe mich nach dem Zündfunken für das leuchtkeks-gelbe Ensemble aus dem Hause Michelin entschieden.

Stefans kleine Hondi durfte – wie wir heute Morgen erfahren haben – die Nacht im Wohnzimmer verbringen. Meine Große hingegen hat über Nacht Kopf und Schultern unterm Dach hervorgestreckt. Insofern war sie in der Früh etwas ungelenk. Und ich in meiner Montur zunächst etwas hüftsteif. Die gemeinsame Bewegungstherapie auf den ersten Kilometern hat uns deshalb echt gut getan.
Die weitere Strecke würde ich am ehesten als Transitstrecke beschreiben: gut ausgebaute Straßen, viel Verkehr, wenig Alternativen. Überrascht und beeindruckt war ich wirklich von den vielen – wirklich vielen - !!! Motorrädern, die uns am Reschenpass entgegenkamen. Wo die so „früh“ am Morgen wohl schon herkamen?
Das Wetter blieb trübe, die Berge wolkenverhangen, der Verkehr reichlich. Stop – and – go von Landeck bis Imst. Das Hahntennjoch bei 7-13 Grad und Regen. So gesehen hatten wir schon schönere Tage. Aber das Allgäu empfing uns zuletzt mit herrlicher Spätnachmittags-Sonne und das Schwingen auf kleinen Straßen vom Hof zu Hof hat noch einmal richtig Spaß gemacht.

Zum Zündfunken hatten wir uns heute Morgen übrigens in der kleinen aber feinen Kirche von Schlinig zusammen gefunden. Trotz der üblichen, gewohnten Kirchenstruktur stellten wir uns bestmöglich im Kreis um unser Helmkreuz und drückten ihr (der Kirche) so gesehen unseren Pilger-Stempel auf. Der Text (Seite 22 im Roadbook) knüpfte, vermutlich nicht ganz zufällig, an unser gestriges Nachtickern an:
Jeder Mensch ist dazu bestimmt, zu leuchten!
Auf die gestrige, schwierige Frage „wer bin ich“ hatte Dagmar nämlich eine wunderbare Antwort: In den Momenten, wo ich begeistert bin, da bin ich „ich“. Da bin ich authentisch und neben der Begeisterung und dem Strahlen bleibt kein Raum für „Rollendenken“.
Mein Strahlen und meine Begeisterung kann andere anstecken – muss es aber nicht.
Ich „darf“ nicht erwarten, dass es so ist.
Aber ich sollte mich durch verhaltene oder gar negative Reaktionen nicht davon abhalten lassen zu strahlen, begeistert zu sein, ICH zu sein.
Das bringt mich zum heutigen Impuls:
Was macht mir Freude? Oder vielleicht auch: was begeistert mich? Darüber haben wir uns in den letzten Tagen immer mal wieder ausgetauscht.
HEUTE war es bei mir vor allem eins:
Dass wir immer mal wieder die eine oder auch andere Gruppe am Wegesrand gesehen haben, und sie uns auch ?.
Und unser Winken und Strahlen und die Action einer namentlich hier nicht weiter benannten Person hat ganz offensichtlich einigen Mitmenschen viel Freude bereitet.

Eine andere Freude hat Regina mir heute bereitet, als sie bei unserem ersten Halt in „ich-weiß-nicht-wo“ in der örtlichen Kirche „Engel-Karten“ entdeckte und „spendierte“. Kunstvoll gestaltete Karten mit Engel-Motiven und Sprüchen von Anselm Grün, die mir persönlich Trost und Hoffnung zusprachen. Am Nachmittag dann eine weitere Engel-Begegnung: wir waren nach einer kurzen Pause gerade wieder aufbruchbereit, da kommt ein Motorroller angefahren, hält sozusagen quer vor Michaels Motorrad, der Fahrer fragt nach dem „Anführer“ unserer Gruppe und schenkt uns einen kleinen, aus Holz geschnitzten Engel, verbunden mit seiner Lebensgeschichte in wenigen Sätzen. Wir freuen uns. Er fährt weiter, wir überholen ihn, winken zum Dank, er freut sich. Und den ganzen Tag über begleitet mich ein Lied:

„Gott hat mir längst einen Engel gesandt,
mich durch das Leben zu führen.
Und dieser Engel hält meine Hand.
Wo ich auch bin, kann ich´s spüren.
Mein Engel bringt in Dunkelheit mir Licht.
Mein Engel sagt mir: „Fürchte Dich nicht!!!
Du bist bei Gott aufgehoben!“

Conny


8. Tag (Samstag, 08. September 2018)

Braugasthof Adler – Hotel Oberschnorrhof, Dammbach

Letzter Tag!
Eine wunderschöne Woche geht (leider) zu Ende!
Besondere Erfahrungen und Eindrücke, die dieses Jahr ganz besonders und intensiv waren.
Freundschaften und Irritationen, die glücklicherweise zum Guten gewendet wurden.
Ich habe die intensive Gruppendynamik sehr genossen und mich sehr wohl gefühlt. Eine für mich sehr bereichernde Zeit und Woche.
Ich freue mich schon auf das Nachtraffen und die für nächstes Jahr neu geplanten Fahrten evtl. auch wieder mit Euch.

Gerd

Etwas, das mir heute nach dem Zündfunken in die Hände gelegt wurde. Ich möchte es gerne mit Euch teilen:
„Kerzen-Sache“

Mit Poesie in kleinen Stücken
will ich heut Dein Herz erquicken.
Wir brauchen nicht den „Roten Punkt“,
bei unserer Freundschaft hat es auch so gefunkt.
Nicht eine Träne musste fließen,
auch Blumen taten wir nicht gießen,
wir brauchten kein Polareis brechen,
ja, es taten die Gefühle sprechen.

So können kleine Dinge zu großen reifen,
das sei doch ganz einfach zu begreifen,
doch wie klar vom Berg herab das Wasser,
sind die ungetrübten Gedanken vom „Verfasser“.
Darum sei jedes Abendbrot dir ein Gebet,
der andere Tag noch in den Sternen steht.

Von Franz Bauer, dem Mann mit dem Besen, den leuchtenden Augen und den unbeschwerten Kerzen.

Renate

 

Das Kostbarste von dieser Fahrt „für die farblosen kalten Wintertage“ sind
• Die vielen Ermutigungen welche mich tief berühren
• Das gemeinsame Schwingen durch die unzähligen Kurven
• Die wunderbaren Begegnungen zwischen uns und mit anderen
• Jedes Lachen und Weinen
• Das Gefühl der Dankbarkeit Euch etwas + etwas mehr kennenlernen zu dürfen!

Dankbarkeit erfüllt mich, dass ich als Sozia mit Udo diese Fahrt erleben und erfahren durfte. Unterwegs, vorbei an vielen Obstbäumen, die eine Fülle und auch Last von ihren Früchten tragen, musste ich immer wieder über den Impuls vom Zündfunken nachdenken.
Was nehmen wir/ich an Vorrat für unsere/meine Seele von dieser Fahrt mit:
Es ist nicht nur der Vorrat für meine Seele sondern auch, dass gerade die Landwirte ihre Ernte/Vorrat einbringen.
Dankbarkeit erfüllt mich, dass wir in einem so reich gesegneten Land leben dürfen.
Für mich und meinen „Vorrat“ nehme ich mit:
• die Wärme der Sonnenstrahlen auf meinem Rücken
• die Gemeinschaft der Gruppe, in der ich unterwegs war
• die vielen guten Gespräche mit den Mitpilgern
• und die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit vielen Mitpilgern

Danke an Euch alle für eine wunderbare Zeit mit Euch!

Gudrun

 

Eine tolle Pilgerwoche geht zu Ende!
Viele wunderschöne Landschaften, fast kein Regen und keine Ausfälle lassen diese Reise mich wieder für das ganze Jahr zehren.
Liebenswerte Mitpilger machten die Woche zu einem Erlebnis; ich freue mich auf 2019.
Danke Euch allen für die wunderbare Zeit!

Elke

 

Abreisetag

Einfach mal nicht aufregen, wenn etwas schiefgeht.
Kannst Du das?
Einfach mal keine Leistung bringen, ohne Termine sein.
Kannst Du das?
Einfach mal in der Sonne sitzen und nichts tun.
Kannst Du das?
Einfach das Leben genießen.
Kannst Du das nicht mal ausprobieren?
Ich konnte es in dieser Woche!!!

Danke für tolle Menschen, danke für die Fürsorge, danke für das Lachen, Danke für das Weinen.
Bleibt gesund….

Eure Lis


 9. Tag (Sonntag, 09. September 2018)

Der letzte Tag der Pilgerfahrt!

Um 9 Uhr ist der Zündfunken an der Reihe.
Es wird gesungen, gebetet und das Tagebuch vorgelesen.
Diese Momente waren mit viel Gefühl und Tränen verbunden.
Dann eine Hand links auf die rechte Schulter meines linken Nachbarn, die andere Hand rechts auf den Rücken meines rechten Nachbarn. Inne halten.
Die Gänsehaut kommt und geht wieder.

Nun kommt die Verabschiedung – für viele sehr bewegend.
Man freut sich auf das Jahrestreffen Ende Oktober um sich wiederzusehen.

Nun geht es heimwärts, einige allein, andere in Gruppen.
In einigen kleinen Städten und Dörfern finden Feste statt; die Feuerwehr ist dabei. Na wo wohl? Am Grillstand!
Ein Dorf war gesperrt, dort gab es ein Sattelfest. Die Umleitung ging über die Autobahn. Also Navi an, da ich nicht auf die Autobahn fahren wollte.
Nach einigen Umleitungen und Baustellenampeln geht das Navi aus.
Nun fahre ich durch das Sauerland nach Hause.

Für mich war es eine schöne Woche, viel gesehen, viele Kurven gefahren, neue Menschen kennengelernt, viele Eindrücke bekommen, viele Gespräche geführt.
Das Positive bleibt hängen und das Negative rutscht durch und ist weg, wie bei einem Sieb.
Negative Momente sollte man nicht zu nah an sich ranlassen, dann überwiegen die positiven Momente, von denen man zehren kann. Bis zur nächsten Reise mit Pilgern mit PS.

Ein DANKE an das Team von Pilgern mit PS!

Rita

 

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