2018 | Südtrentirol | Tour-Tagebuch

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6. Tag (Donnerstag, 12. Juli 2018)

Von Mont Penegal nach St. Jakob im Defreggental

Zündfunke: „Ist da jemand?!“
Ein letztes Mal den Mendel hinunter…
Der Start lief gut, durch die lieblichen Ortschaften Girlan und Eppan. In aller Ruhe nachdenken. Die Durchfahrt durch die große Stadt Bozen war eher anstrengend, wegen Baustellen und viel Verkehr ging es nur langsam voran.
Nach dem Ortsausgang führte uns unsere Route durch Kastelruth nach St. Ulrich, wo wir beim Baumwirt eine Kaffeepause einlegten.
Der Weg führte uns über Sella und Pordoijoch, wobei der erstere aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens überhaupt gar keinen Spaß beim Fahren machte. Die Mittagspause im Gasthof Pordoi in Arabba war fantastisch.

Danach ging es dann über den Passo Giau, der fahrerisch viel Vergnügen bereitete und auch mit wunderbarer Aussicht auf Berge belohnte (und Rinder)
Schnell über Cortina d´Ampezzo (schöner Ort) an den Misurina See, ein kurzer Halt, bevor wir uns auf den Weg zum Staller Sattel machten, um den passenden Zeitpunkt für die Durchfahrt nicht zu verpassen. Das hat gut funktioniert, wir hatten mit unseren Motorrädern freie Fahrt bis zur Paßhöhe, was auf diesem Single-Track ohne Gegenverkehr ein besonderes Erlebnis war. Die doof auf der Paßhöhe völlig frei laufenden Kühe waren auch sehr interessant, gut, dass sie am Straßenrand blieben. Der restliche Weg bis zu unserer Unterkunft verlief flott und unkompliziert. Die Wirtin begrüßte uns sehr herzlich mit einem Marillenschnaps, was auf unserer Reise bisher einmalig war. Essen und Trinken beim Tundler 1a!

Beim nachtickern wurde festgestellt, dass das Tagesmotto den eine oder anderen doch sehr ergriffen hat. Das Tal um Bozen empfängt uns – wie immer – mit drückender Hitze. Der nötige Besuch in der Apotheke führt uns in eine Baustelle, neuer Asphalt wird aufgebracht, wie sind wir privilegiert, trotz unserer Motorradanzüge im Vergleich zu den Arbeitern.
Die Fahrt durch die Weinberge und Apfelplantagen schärft meinen Blick dafür, dass hier wirklich jeder cm2 Boden ausgebeutet wird. Apfelkisten türmen sich zu Bergen. Üppige Häuser zeugen vom Wohlstand der Bewohner. Was mir immer wieder auffällt, dass jeder kleine Weiher seine eigene Kirche hat. Wie viel Mühe haben sich die Menschen gemacht, an entlegenen Orten Bauwerke, die die Zeiten überdauern, zu errichten? Die Kirche ist Mittelpunkt des Ortes und seiner Bewohner gewesen, das hat sich heute gründlich geändert. Schade!

Thomas und Dirk

P.s. Zum ersten Mal auf dieser Reise macht sich bei mir schon die Gewissheit breit, dass wir auf dem Heimweg sind. Das Ende des Weges ist sichtbar, für mich und für uns als Gemeinschaft. Lasst uns den Rest genießen und festhalten.

 

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