2019 | Spurensuche | Tour-Tagebuch - 6. Tag (Samstag, 05.10.2019)

Beitragsseiten

6. Tag (Samstag, 05.10.2019)

Fulda >> Point Alpha >> „Auflösung“

Start um 9.00 Uhr im Kloster der Franziskaner nach einem sensationellen Frühstück, und dann auch noch alles Bio und eine inclusive Belegschaft – Genuss mit gutem Gewissen!
Für mich das erste Mal losfahren ohne Zündfunken – ganz komisches Gefühl! Alle da, aber irgendwie so „nackt“. Der Zündfunke ist für Point Alpha vorgesehen – genauso wie der abschließende Dank an die Guides. Aufstellen – Tagebuch vorlesen u. erneutes kreisen.
Mein Plan: ich nehme es am letzten Tag. Es wird jedoch Ludger „aufgenötigt“ – der kann ja schreiben – den ganzen Blog voll.
Regina, die kleine Dunkelhaarige, wollte aber eigentlich auch am letzten Tag ….
Aber jetzt habe ich es, hihi – die Regina mit den großen schwarzen Schuhen – nicht zu verwechseln mit der „Duc-Regina“!
Der Abschied fühlt sich wie immer warm mit einer bitteren Note an. Es tut gut, den Guides zu danken – individuell und „gruppeneigen“. Sie haben diese Woche ermöglicht, ohne sie hätte es diese Spurensuche nicht gegeben. Allein an dem Schild vorbeifahren „Bis zum 22.12.1989, 11 Uhr, war durch diese Grenze Deutschland und Europa getrennt“ hat mir eine Gänsehaut und auch fast einen Tränenfluss beschwert. Genauso war das Thema der Reise und findet hier seine stimmige Beendigung. So intensiv, so fokussiert habe ich noch keine Pilgerreise erlebt – abgesehen natürlich von der ersten! Ein Ordnen fällt mir schwer, da hilft mir die Heimfahrt noch nicht wirklich.
Wir (Friedhelm u. ich) haben wegen akutem Stalldrang den direkten Weg zur Autobahn und nach Hause genommen. Etwas Sprühregen, 8 Grad, feuchte bis nasse Straßen, bunte Wälder, abgeerntete und nach Erde riechende Felder, unerhört blauer Himmel zwischendurch beim Temperaturrekord von 13 Grad und, dann stehen wir vor der Haustür und werden von Martin begrüßt – Willkommen zu Hause, hattet ihr eine gute Tour? Ich kann ihm im Einzelnen gar nicht sagen, von wem ich alles grüßen soll – die Umarmung tut gut und immer wieder kommt bei mir die Dankbarkeit für seine „Missionierung“ hoch – Danke Martin, dass du mich angesprochen hat. Sonst hätte ich mich nicht auf diesen Weg der Spurensuche gemacht. Im Privaten, so politisch zu diskutieren, so die eigene Historie und die notwendigen zukünftigen Schritte für Deutschland und Europa zu besprechen, in all unserer Individualität war sehr besonders. Gleichzeitig habe ich mich meiner ganz eigenen „Geschichte“ so nah gefühlt, dass es mir mal wieder leid tut, mich nicht mehr mit meinen Vater darüber austauschen zu können. Der Sachse, der in den Westen ging, 1949. Irgendwie bin ich dieses Mal für ihn gefahren. Glücklich, gesund zu Hause zu sein. Glücklich, Teil dieser Spurensuche gewesen zu sein.
Hoffnungsvoll

 

Regina

Und gespannt auf Ludgers Beitrag …. Steht ja nirgendwo geschrieben, dass es nur einen Tagebucheintrag pro Tag geben kann…….

 

Nachtrag zu gestern Abend: beim Nachtickern kamen ganz unterschiedliche Eindrücke, Ergebnisse und Erfahrungen zu Tage, was der Einzelne von dieser Spurensuche mitgenommen hat. Es waren aber nur positive, in die Zukunft gerichtete und motivierende Erkenntnisse, Gedanken und Erfahrungen, die geteilt wurden. Meine Wahrnehmung war, dass alle Teilnehmer und Tourguides in höchstem Maße glücklich und zufrieden über die Spurensuche 2019 waren.
Das Finale oder der Abschluss:
Um 8:00 Uhr haben wir uns alle im Frühstückssaal des Klosters, dem Restaurant Flora getroffen. Alle waren mit der Nacht sehr zufrieden, die Zimmer waren absolut prima, die zentrale Lage von diesem Kloster bietet sich durchaus als Start und Zielort für weitere Aktivitäten an.
Um 9:00 Uhr sind dann alle in ihren Fahrtgruppen in Richtung Point Alpha aufgebrochen. Vor Ort haben wir dann unseren letzten gemeinsamen Zündfunken gefeiert, schon mit ein wenig Wehmut und Abschiedsschmerz. Alle haben sich gegenseitig bedankt, die Tourguides haben sich über das kleine Abschiedsgeschenk sehr gefreut, alle sich gegenseitig herzlich verabschiedet und auf ein Wiedersehen fest verabredet. Und dann ging es in unterschiedlichen Gruppen in Richtung Heimat. Ich habe mich dann mit Tim zusammen als Team in Richtung Westen aufgemacht, besser gesagt, meine unterdurchschnittlichen Fahrkünste erforderten offensichtlich noch eine ausführliche Privatstunde.
Wir sind dann durch das Vogtland übers Rothaargebirge gefahren, durch traumhaften, herbstlichen Blätterwald, zwischendurch fielen Sonnenstrahlen auf die dunkelgraue, noch feuchte Straße, ein traumhaftes Bild. Einzelne Blätter auf der Straße, trocken, noch nicht fest gepappt, wurden durch Tims Fahrtwind so durcheinandergewirbelt, das sich ein herrliches Bild ergab. Das Farbenspiel im Blätterwald war einfach sensationell, vor allen Dingen die ganze Zeit Abwesenheit von Regen, zwar wie gesagt am Anfang noch feuchte Fahrbahn, aber dann kamen ab und zu sogar Sonnenstrahlen durch und ein wenig blauer Himmel.
Mittagspause beim Amerikaner auf der Route, die Mopeds im Blick, so dass wir gar nichts abgerödelt haben. Gestärkt dann wieder weiter. Ich war so froh, entgegen meiner ursprünglichen Planung direkt über die Autobahn dem Stallgeruch nach Hause zu folgen und stattdessen mir das zu gönnen, fahren in der Sonne und im Trockenen, was uns ja teilweise verwehrt geblieben war.
Wir haben eine ganz kurze Transportetappe auf der A4 genommen um anschließend noch einmal durch das Bergische Land zu touren. In Engelskirchen, wo sonst (wenn Engel reisen lacht der Himmel, ach, wer war noch unterwegs? Ahh ja, Tim und Ludger J) schien so die Sonne, das wir uns in einem Eiscafé draußen hingesetzt und einen verdienten Cappuccino geschlürft haben.
Von da aus sind wir weiter Richtung Heimat und wie kamen dann mit nur 3 km Entfernung in Altenberg vorbei. Auf Wunsch eines einzelnen Novizen Pilgers haben wir dort noch einen kurzen Stopp gemacht, mir war’s ein echtes Bedürfnis mich zu bedanken. In Summe haben wir über 20.000 km hinter uns gebracht und es ist nichts passiert, für mich ein absoluter Grund Danke zu sagen!
In Opladen haben sich dann der Schüler und sein Meister getrennt und ich bin dann einfach auf die Autobahn Richtung Heimat und war dann um 18:30 zu Hause. In Anbetracht der Wettervorhersage und dem Hinweis der Chefin zu Hause ist nix mit am Sonntag Motorrad putzen, habe ich den Bock abgesattelt und noch sauber gemacht, geduscht, gegessen und todmüde ins Bett! Ich hatte immerhin über 370 km auf der Uhr.
Ich bin so froh die PS-Pilger gefunden zu haben, ich wurde super herzlich aufgenommen, die Tage genossen und um mit Reginas Worten zu sprechen werde ich mich jetzt erst mal „entgruppen“ müssen, freue mich auf ein Wiedersehen in 2020!!
Herzliche Grüße

Ludger,
Novize und PS-Blogger

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.