2019 | Norwegen| Tour-Tagebuch

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Tagebuch der Teilnehmer an der Motorrad-Pilgerfahrt nach Norwegen

28. August - 08. September 2019


1. Tag (Mittwoch, 28.08.2019)

Von Wietze über Kiel nach Göteborg

Endlich ist er da, der Termine für die PmPS-Tour Norge 2019. Die Teilnehmer treffen sich um 9 Uhr an der Stechinelli-Kapelle in Wietze. Eine Frau hat uns die Kapelle aufgeschlossen und wir zelebrieren den ersten Zündfunken der Tour. Laudate omnes gentes! Ulrich bittet uns auf der ersten Etappe den Gedanken unter den Helm Raum zu geben und dann im nächsten Zündfunken zum Vortrag bringen. Die erste Etappe führt dann durch die Heide. In Lauenburg queren wir über die Elbe und fahren in einen Bogen östlich um Hamburg auf Kiel zu.

Dort wartet auf uns die Fähre, die uns nach Göteborg bringt. Leider hat das Motorrad von Regina technische Probleme bekommen, die nicht auf die Schnelle behoben werden konn-ten.
Regina hat ihre Duc in die Werkstatt gebracht und kommt am Abend nicht mit aufs Schiff.
Ich widme ihr daher diesen Tourenblog, damit sie während der Tour immer in unserer Mitte ist. Die Ausfahrt aus der Kieler Förde beschert uns einen herrlichen Sonnenuntergang und einen schönen lauen Abend auf Deck. Am Morgen des 29.08.2019 erreichen wir Göteborg bei Nebel und Nieselregen. Wir verlassen die Fahre zu unserem ersten Zündfunken auf schwedi-schen Boden. „Fahr mit auf unsrem Weg! Fahr mit uns auf unsrem Weg!“

Bernhard

 


2. Tag (Donnerstag, 29.08.2019)

Von Göteborg zum Scandic Hotel Brennemoen, Mysen

Nach einer Nacht auf der Fähre mit sehr ruhiger See (Gott sei Dank, meine Reisetabletten habe ich nicht gebraucht) starten wir nun in Schweden. Gepäck wieder verstauen, aufsatteln und runter von der Fähre. Der Zündfunken findet diesmal in einer Kirche direkt in Göteborg statt.
Dort angekommen werden wir von einem jungen Mann gegrüßt und wie sich herausstellt ist es kein Priester oder Reiseführer, sondern der Sohn unseres Tourguides Wolfgang, der seit ein paar Jahren hier in Göteborg lebt und uns etwas über die Kirche erzählt. Diese ist schon etwas Besonderes. Von außen ein Backsteinbau, aber von innen erinnert sie an eine große Vikingerhalle mit einer Deckenkonstruktion aus Holzbalken. Die sogar noch nach Jahren ei-nen Duft von frisch geschlagenem Holz verströmen. Außerdem ist sie Pilgerkirche, was dann zu uns passt.
In dem heutigen Zündfunken geht es um das Thema „Veränderung“. Das hiesige Wetter fängt auch gleich damit an. Anstatt Sonne fängt es an zu regnen. Also schnell raus aus Göteborg, das Straßenwirrwarr und die Baustellen machen es unseren Tourguides nicht leicht und ich bin froh, dass ich nur hinterherfahren muss. Das erste Stück unseres Weges geraten wir in ein Industriegebiet mit einer Endlosbaustelle; nur die kleinen roten Holzhütten erinnern ei-nen daran doch in Schweden zu sein.
Doch dann das Schärengebiet: Wasser, Inseln, Felsen und lauter schöne Ausblicke. Meine Laune bessert sich schlagartig. Ich bin das erste Mal hier oben im Norden und finde es groß-artig.
Nach einer Mittagspause geht es Richtung Norwegen unserem Etappenziel. Den Grenzüber-tritt habe ich gar nicht mitbekommen, irgendwo soll ein Schild gestanden haben.
Die Landschaft verändert sich noch einmal. Viele Kornfelder, Waldstücke und eine Hügel-landschaft. Das Fahren gleicht einer Achterbahn, rauf Kurve, runter Kurve usw. Ich bin begeistert!
Und man hat mir versprochen, es soll noch besser werden. Ich freue mich schon darauf.

Anne

Ach ja, „Veränderung“ – wie das Wetter und die Landschaft, sollten wir uns auch Neuem öff-nen und in Bewegung bleiben. Manchmal fehlt der Mut und wir brauchen den Anstoß anderer dazu, aber es lohnt sich immer!

 


3. Tag (Freitag, 30.08.2019)

Von Mysen zum Clarion Collection Astoria, Hamar

Vor dem Scandic Hotel in Mysen sammeln wir uns pünktlich um 9 Uhr zum Zündfunken, beginnend mit dem Tagebuch, ein Gebet anlehnend an Psalm 19 und unser gemeinsamer Gesang,
dem Laudate omnes gentes. Der Gedanke für den Tag ist:
„Was begleitet uns im Norden, am Land, der Natur und den Menschen?“
Unser Weg führt uns zuerst zur Tankstelle, dann fahren wir in das Gebiet östlich von Oslo gelegen, oft auf Hartwegen, der lose Splitt fordert unsere Geschicklichkeit heraus. Wir durchqueren landschaftlich genutzte Flächen mit großen Getreidefeldern, Forst und Wohn-orte, vorbei an wunderbar gelegenen Seen, Wildwasser, bei größtenteils trockenem Wetter und perfekten Temperaturen zum Mopedfahren.
Man sagt, Norwegen ist ein reiches Land, trotzdem leben die Menschen entlang unserer Route in bescheidenen Holzhäusern, nicht abgeschirmt und eingezäunt, offen und oft mit einem Licht am Hauseingang. Die großartige Natur und das Land mit seinen Möglichkeiten der Entfaltung werden die Menschen geprägt haben. Ich stelle mir die praktisch veranlagte Men-schen vor, bodenständig auf das Notwendigste eingestellt, sowie die Häuser, oft farbig unterschiedlich. Das finde ich toll und auch die Freundlichkeit begeistert mich sowie auch der Respekt voreinander. Das Licht an den Häusern sendet uns ein Signal:
„Mensch – willkommen“ Danke ihr lieben Norweger für eure Gastlichkeit!
Hamar, der berühmte Wintersportort, empfängt uns zur Rush-Hour.

 

Matthias B. aus E.

 


4. Tag (Samstag, 31.08.2019)

Von Hamar zum Thon Hotel, Otta

Liebes Tagebuch „ohne Namen“,
heute früh hast Du den Weg zur mir gefunden – er ist ja auf dieser Tour auch nicht so weit – führt Dich nicht durch so viele Hände – und ich habe mir überlegt, ob ich Dir wohl einen Namen geben sollte? Nor-Bert? Nor-Ge-rd? …. Ach nee, vielleicht lieber doch nicht. ..
Ich glaube, heute bin ich im Laufe des Tages so richtig in Norwegen angekommen. Gestern noch habe ich die Natur und die Landschaften im positiven Sinne als „unaufgeregt“ bezeichnet – Wälder, Felder, Siedlungen, Seen und Flüsse – alles recht gleichförmig und ohne große Aha-Effekte. Heute dann – spätestens seit der Hochfläche am Peer-Gynt-Vegen: WOW!!!
Zuvor queren wir zwei Skigebiete. Das erste hüllt sich in eine neblige Wolkendecke und ich denke: ist vielleicht auch besser so, weil man dann die Eingriffe in die Natur nicht sieht. Das zweite zeigt, dass meine Sorge unbegründet war, auch hier sehe ich keine Hotel-Beton-Burgen, sondern kleine Hütten mit begrünten Dächern, die sich ziemlich gut in die Natur ein-gliedern. Geht doch. Ganz unaufgeregt, wie scheinbar vieles in Norwegen.
Der Zündfunke hat mich heute sehr beschäftigt. Sofort hatte ich ein Lied im Kopf – aber wie üblich, nicht den kompletten Text. Also: Erste Zeile-Ohrwurm. Niemand, niemand kann alles, und keiner, keiner kann nichts ….
Der Impuls für heute: was ist meine Rolle in der Gruppe, was kann ich zur Gemeinschaft beitragen? Verbunden mit einer konkreten Aufgabenstellung. Benenne drei positive Eigenschaf-ten von dir selbst. Nur drei?! Oder so viele?! Gar nicht so einfach. Viel zu oft beschäftigen wir uns mehr damit, was uns nicht gut gelingt. Aber: Niemand, niemand kann alles, und keiner, keiner kann nichts. Deine Gaben darfst du nicht vergraben; durch ihren Gebrauch wirst du, wer du bist, wer du bist.
Talente, 5 oder 2, Gott schenkt sie dir, schlag sie nicht aus!
Talente, 2 oder 1, nur auf Dich kommt es an, mach was draus!
Beim Nachtickern in unserer 4er-Kleingruppe kann dann tatsächlich jeder mindestens drei Dinge benenne, die er an sich positiv findet. Geht doch.
Ich hoffe, dass dies auch in den anderen Gruppen jedem gelungen ist und ich nehme mir vor, das in Zukunft häufiger zu tun:
mir meine Talente bewusst zu machen, sie einzusetzen, sie positiv zu benennen. Mir ruhig auch mal selbst auf die Schulter klopfen. Ganz unaufgeregt. Geht bestimmt.

 

Conny

 


5. Tag (Sonntag, 01.09.2019)

Von Otta zum Quality Hotel Alexandra, Molde

Der erste Blick aus dem Fenster; es regnet! Nach dem Frühstück regnet es immer noch, aber der Zündfunken findet trotzdem im Trockenen statt, denn wir legen das Helmkreuz im Foyer des Hotels. Etwas Neues, aber zweckmäßig. Neu ist auch das Laudate zweistimmig zu singen, zumindest der Versuch. Nach drei – viermal üben klappt es schon etwas. Der Gedanke für unter dem Helm: was können die Gruppenmitglieder gut aus der eigenen Sicht bzw. was für positive Eigenschaften haben sie. Der Regen scheint nachzulassen, wir starten aber trotzdem mit Pelle.
Die Straße führt uns aus Otta am Fluss entlang hinaus und just als die Asphaltstraße wieder mal in einen glatten Feldweg übergeht wird der Regen wieder stärker. Zum Glück ist es aber nicht matschig und wir können zügig weiter fahren. Trotz schneller Fahrt weiß unser Guide, dass Schotter eben Schotter ist und verlangsamt genau an den richtigen Stellen das Tempo. Ich wäre wahrscheinlich leichtsinniger gewesen, auch deshalb fühle ich mich wohl hinter un-serem Guide.
Was uns die ersten zwei Stunden ständig begleitet ist der Fluss. Ein selbst im Regen immer farbiges Band, von türkisblau bis jadegrün ist alles an Farben dabei.
Dann wird es von oben trocken und ich sehe ein kleines blaues Band über den Bergen am Horizont, dem wir schnell näher kommen. Plötzlich scheint dann auch wieder die Sonne und die Straße wird immer trockener. Bei unserer ersten Pause ziehen alle bis auf Conny die Pel-len aus. Bei Conny hat es sich bewährt, wenn sie die Pelle etwas länger anbehält als nötig. Es scheint die Wettertrolle zu erfreuen. Auch heute ist es so, es bleibt nämlich den ganzen Tag trocken! Erst bei unserer zweiten Pause an einem zutiefst tiefblauem See zieht sie die Pelle aus und ich zum ersten Mal auf dieser Tour ein langärmeliges Hemd unter die Mopedjacke, es weht nämlich ein kalter Wind und wir sind richtig in den Bergen. Es ist allerdings anders als in den Alpen, nicht so spitz und schroff, eher schöne und geschwungen und abgeschliffen. Unaufgeregt faszinierend und spektakulär. Wie es hier wohl vor der Eiszeit ausgesehen hat?
Die kurvenreiche Straße führt jetzt durch eine wunderschöne Landschaft aus Felsen und Wasser bis nach Geiranger. Jetzt haben wir unser morgiges Tagesziel schon einmal bei schö-nem Wetter gesehen. Wer weiß, wie es morgen sein wird? Weiter geht es mit einer Fähre über den nächsten Fjord Richtung Trollstigen.
Auch eine grandiose Gebirgslandschaft, aber leider das Stilfser Joch Norwegens. Wir haben ein Super-September-Nachmittags-Wetter und beschließen den langen Weg nach Molde um den Fjord herum zu nehmen und nicht mit der Fähre abzukürzen. Wir cruisen also durch die Sonne am Wasser entlang und immer wenn es gerade droht langweilig zu werden, hat der Weg wieder ein paar schöne Kurven für uns parat. Wenige Kilometer vor Molde, bei uns scheint noch immer die Sonne, sehe ich am Horizont wie dicke Wolken ihre Last auf Land und Wasser herablassen.
Der Verkehr hat inzwischen zugenommen und ich denke nur, hoffentlich kommen wir vor dem Regen im Hotel an. Zum Glück ist das so und wir können unserer Motorräder sogar in einer Großraumgarage abstellen. Jetzt kann es regnen!
Im Hotel ist die Bar geschlossen und wir weichen für ein Ankommbier in die Kneipe nebenan aus. Eine gute Entscheidung (Zufall?), denn hier läuft ein Auswärtsspiel des heimischen Fußballvereins über mehrere Bildschirme. Die Gaststube ist voll mit Fans und da gerade das 2. Tor für Molde fällt, ist auch die Stimmung super. Nach dem Abendessen in der Nachticker-runde bekommen wir alle etwas Positives von uns und über uns mit auf den Weg, der dann morgen hoffentlich trocken weitergeht.

 

Dirk

 


6. Tag (Montag, 02.09.2019)

Von Molde zum Hotel Geiranger

Heute soll es von Molde nach Geiranger gehen. Den nordöstlichsten Punkt der Tour haben wir bereits erreicht, jetzt geht es wieder südwärts. Der Zündfunke startet um 9 Uhr auf dem Rasen von dem Hotel, bei 14 Grad und einigen Regentropfen. Der Himmel ist grau, aber man kann weiße Flecken erkennen, was einen schönen Tag erwarten lässt. Der Impuls für heute:
„Was bewegt mich?“ Da werden wir unterwegs einiges zu denken haben. Touristisch gesehen ist heute sicherlich ein Highlight. Es geht über die Trollstigen zum Geiranger Fjord.
Dann geht es los. Nach ca. ½ Stunde überqueren wir den Langfjord mit einer Fähre. Von einer jungen Norwegerin mit Schweizer Wurzeln werden wir angesprochen. Sie ist auch begeisterte Motorradfahrerin und wünscht uns eine gute Reise. Weiter geht es zu den Trollstigen. Ulrich gibt uns freie Fahrt, die Gerd und ich nutzen für eine kleine Video-Session in Kurvenfahren. Oben angekommen sind wir begeistert von der großartigen Aussicht, den schönen Kurven und dem tollen Wetter. Nach einer ausgiebigen Besichtigungspause geht es weiter zum Geiranger.
Noch eine Fähre und eine wunderschöne Hochlandschaft erleben wir, bevor wir an dem Aussichtpunkt des Geirangerfjords ankommen. Wie auf Bildern schon oft gesehen liegt ein Kreuzfahrtschiff im Fjord. Leider ist seine Abgasfahne nicht zu übersehen. Nach weiteren Fotos kommen wir im Hotel an und genießen unser Ankommbier.

 

Andreas

 


7. Tag (Dienstag, 03.09.2019)

Geiranger

Guten Morgen, Norge-Rot!
Wie der Zufall will, bist du nun bei mir gelandet. Wie? Das wissen hier alle, die geklatscht haben. Heute ist der 3. September, der 7. Tag, der Freifahrtag (ohne Gepäck). Nun, was soll ich dir erzählen. Eigentlich haben die Schreiber vor mir das Land schon beschrieben, wie ich es mir erhofft habe. Aber ich muss es dir noch mal im Schnelldurchgang von heute erzählen: Mit dem Schiff durch den Geirangerfjord, Wasserfälle, verlassene Bauernhöfe, steilste Felsen; mit dem Motorrad kleinste Straßen, breite und schmale Straßen, steile und abschüssige Straßen, festgefahrene und neue lose Schotterpisten, seifige Schlammpisten, lange Geraden und viele Kurven, hoch und runter, Serpentinen auf der anderen Seite von Geiranger (da ist die Adlerstraße Kinderkram dagegen); das Wetter, Regen, Nebel, Sonnenschein und Regen-bogen im ständigen Wechsel usw. Aber das weißt du ja schon alles.
Ach ja, da war noch beim Zündfunken unser Morgenimpuls: Wem kann ich „Danke“ sagen?
1. unserem Schöpfer (oder wie man ihn nennen will) für die grandiose Natur auf unserer Erde und speziell hier in Norwegen.
2. meinem Schöpfer für das Menschlein welches ich bin.
3. unseren Schutzengeln, die auf uns aufpassen, damit wir uns nicht überschätzen.
4. dem Leitungsteam, welches den Mut hatte, diese Reise nach Norwegen vorzubereiten.
5. unserem Tourguide Uli, der die Touren so hervorragend plant und durchführt.
6. unserer Kleingruppe, die mich in der Mitte fahren lässt und mir so ein sicheres Gefühl gibt.
7. dem Gerhard, der mit heute gesagt hat: „Ruhetag gibt es nicht. Du fährst!“ Recht hatte er, es war ein grandioser Tag.
8. dem Andreas, der für uns Medizin dabei hatte.
9. dem Bernhard, der mir gute Tipps fürs Kurvenfahren gibt und mich beim Fahren antreibt.
10. den schönen Hotels, die für uns immer gutes Essen bereitstellen.
Und ich kann sagen: den größten Dank gebührt meiner Frau und meiner Familie, die mir Mut zusprachen und mir das Vertrauen gaben hier mit euch allen mitzufahren.
Jetzt weißt du es Norgebuch-Rot.
Danke!

 

Matthias

 


8. Tag (Mittwoch, 04.09.2019)

Von Geiranger zum Eikum Hotell Hafslo

Liebes Tagebuch „Norge-Rot“,
ich darf dir gleich von zwei Reiseberichten erzählen. Mittwoch, dem 04.09. und Donnerstag, dem 05.09.2019.
Wie es dazu kam? Nun, unsere Gruppe hat ihr Reiseziel Hafslo nicht erreicht und du bliebst bei mir im Gepäck. Dabei fing alles so gut an: unser Aufbruch am Geirangerfjord starteten wir mit allen drei Gruppen gemeinsam. Eine Perlenkette von Motorrädern zieht sich die Passstraße hoch.
Ich fahre als Vorletzte und es ist immer wieder schöne dies anzusehen. Der Zündfunken findet an einem Aussichtspunkt über dem Fjord statt. Gruppenfoto, Helmkreuz und Mopeds im Kreis drum herum. Zündfunke musikalisch, wir hören „Ist da Jemand“ von Adel Tawil.
Das hat mir gut gefallen. Danke Orga-Team für die schöne Idee. Danach starten wir wie üblich in den Kleingruppen und unsere Gruppe entscheidet sich für die kürzeste Strecke von 200 km.
Einfache Strecke bis Lom, Besichtigung der Stabkirche und weiter über die schone Sognefjell-Straße nach Hafslo. Soweit die Planung.

Die Realität: 3 Grad, Regen, absterbende Finger, die Kirche ist auch kein Ort der Wärme, Regen, Schnee, Straßensperrung, Notübernachtung. Ein Lichtblick, ich darf in einer Hytta schla-fen.
Wolfgang hat viel zu organisieren, Hotel informieren, Tourguide benachrichtigen usw.
Günther unser Hyttaspezialist schmeißt gleich den offenen Kamin an, und die Heizung in meinem Zimmer wird von Thomas hochgedreht. „Anne soll ja nicht frieren“.
Danke euch Dreien, mir geht es nach einer heißen Dusche wieder gut und beim gemeinsamen Abendessen merkt man wie froh wir alle sind ein gutes Plätzchen gefunden zu haben und lässt uns die Ungewissheit und die Ereignisse des Tages schnell vergessen. Bei einer guten Tasse Kaffee am offenen Kaminfeuer und einer Doppelkopfrunde lassen wird den Abend ausklingen.

 

Anne

 


9. Tag (Donnerstag, 05.09.2019)

Von Elveseter (Sognefjellsvegen) zum Ustedalen Hotell Geilo

Das war der Mittwoch.
Heute, Donnerstag, geht es weiter. Unser neues Etappenziel heißt Geilo, dort werden wir dann wieder die anderen Gruppen treffen. Es gibt bestimmt viel zu erzählen. Wie meine Mitfahrer diese beiden Tage empfunden haben? Hier ihre Aussagen dazu:
Zitat Thomas: Gestern war ein Scheißtag für uns! Alle haben gefroren, sogar ich!
Die Hütte (Luxushytta) im Hotel hat mir aber sehr gut gefallen. Vor allem die Doppelkopfrunde am Kamin. Heute war ein schöner Tag.
Zitat Günther: Jaaa, pffff….. Kalt, nass, kalt, bitterkalt. Dann: schöner Platz, Kaminfeuer, trockene Sachen, gemütlicher Ausklang!
Heute: schneebedeckte Gipfel, wo wir gestern noch waren. Aber freie Straßen, gute Fahrt und die Freude die ganze Gruppe wieder zu sehen.
Zitat Wolfgang: viermal die Sognefield Straße gefahren, zweimal in jede Richtung, immer mit unterschiedlicher Stimmung.
1. Rauf: nur noch 98 km bis Hafslo. Super!
2. Runter: Frust wegen Schneesperrung.
3. Rauf: hoffnungsvoll, soll frei sein.
4. Runter: gemischte Stimmung: es ist wieder gesperrt, aber wir haben mit dem Hotel Elveseter einen schönen Ort für die Nacht. Erstmals Gruppe geteilt…
Bei 28 Grad wirkt der türkisfarbene Fluss kühl und erfrischend. Bei 3-4 Grad grinst er eisig und höhnisch…
Heute: schöne schnelle Strecke und gute Stimmung in der Gruppe.

 

Anne

 


10. Tag (Freitag, 06.09.2019)

Von Geilo zum Hotel Karl Johan, Oslo

Ich nehme dich, liebes Tagebuch – wie Wolfgang bemerkt – etwas gequält entgegen, weil du wieder ziellos deine Runden drehst. Aber eigentlich freue ich mich, dich wieder bei mir zu haben. Deine Gegenwart verändert für einen Tag den Blick auf die Dinge, erhöht die Acht-samkeit, schärft die Wahrnehmung – schließlich möchte man am Ende die vielen Eindrücke und Gedanken einigermaßen sortiert auf Papier und zu Gehör bringen. Vor einigen Tagen schrieb ein Mitfahrer sinngemäß „Norwegen hat uns schon so viel geboten, was soll jetzt noch kommen?“
Und tatsächlich: Kurven und Geraden, mehr oder weniger guter Asphalt; mehr oder weniger intensiver Schotter, Berge, Seen, Flüsse, Wasser in jeder Form. Das alles hatten wir in den letzten Tagen reichlich genießen dürfen und auch heute bestimmt dieser Wechsel das Bild.
Immer wieder neu, immer wieder anders, immer wieder großartig und beeindruckend. Der Tag beginnt nieselig trüb und in der ersten Stunde kommen die Temperaturen nicht über 2 Grad hinaus. Und trotzdem: hinter der Wolkenschicht leuchtet ganz konstant die Sonne hervor, mondesgleich verschwommen, verhüllt und doch mit der Zusage: ich bin da.
Ich muss wieder an den Impuls von gestern denken: Ist da jemand? Ist da jemand?
Ja: ER ist da. Immer. Und überall. Manchmal sehen wir ihn nicht, ist unsere Wahrnehmung getrübt, aber seine Zusage gilt: ich bin da.
Von den vielen Eindrücken (von gestern) könnte ich noch berichten. Gelungenen Wagnissen, um auch den Impuls zu würdigen, aber beim Frühstück erfahre ich, dass Thomas über Nacht ins Krankenhaus muss. Sein Husten wurde schlimmer und Atemnot kam hinzu. Nun sind meine Gedanken bei ihm. Ich hoffe, vertraue darauf, dass er auf allen Ebenen die Hilfe und Unterstützung bekommt, die er braucht. Und wieder habe ich ein Lied im Kopf:
So viel du brauchst, gebe ich Dir, jeden Tag neu, so viel du brauchst.
Herr, lass wohlgelingen!

 

Conny

 


11. Tag (Samstag, 07.09.2019)

Von Oslo über Göteborg nach Kiel

Es ist Samstag, 07/09, 18:50 und wir sind auf der Fähre! Ich bin seit vielen Jahren schon dabei, jedoch nun das erste Mal, dass ich das Logbuch nutze, um meine Gedanken mit euch Mitfahrern zu teilen. Über den heutigen Tag kann ich wenig berichten, da wir nur Dauerregen hatten und auf dem schnellsten Weg zur Fähre gefahren sind!
Jedoch haben mich in den letzten 10 Tagen viele Gedanken begleitet. Ich hatte viele emotionale Momente, die mich teilweise gefesselt, mitunter auch gegeißelt haben. Glückliche, aber auch traurige Momente, die mich an meine vergangene Krankheit erinnert haben. Beim Fahren einfach mal geradeaus oder beim Anstieg, der Abhang… dies waren oder sind Gedanken, die mir Angst gemacht haben. Gedanken, was wird sein, mit meiner Frau, mit meinen Kindern, der Firma… Naja, ich bin so froh und dankbar, dass ich ein Teil von Euch sein durfte. Es hat mir sooo viel gebracht, dass ich diese gemeine Krankheit, die man nicht sehen kann, besiegen kann. Ein Dank an meine Gruppe. Berni, Andreas, Matthias und natürlich auch an unseren Chef Uli – Ihr wart mit eine sehr große Stütze. Ein Dank auch an alle Anderen, die Gemeinschaft, das ist es, was für mich eine tragende Stärke gibt!
Nun, ich könnte jetzt noch so viel über emotionale Momente schreiben, aber will Euch nicht weiter damit langweilen. Es geht mir jetzt gerade ein wenig besser… Das erste Mal ins Tagebuch geschrieben. Dies waren nun meine persönlichen Gedanken und Gefühle in kurzer Form.
Herzlichst

 

Euer Gerd

 


12. Tag (Sonntag, 08.09.2019)

- weitere Gedanken auf der Fähre -

3.595 km hat es gedauert, aber dann, an der Autobahn :
Ich habe einen Elch gesehen! …und Matthias B. auch :)

Conny

 

Norwegen 2019 war ein echtes Abenteuer mit guten Leuten und viel Spaß in der Gruppe.
Mehr davon!
Günther

 

Die Norge-Tour 2019 hat uns unsere Grenzen gezeigt und uns ermöglicht, diese zu über-schreiten. Wir waren sicher in Gottes Hand und selbst die Trolle, Elfen und wer sonst für den Schabernack im Norden sorgt, waren uns wohlgesonnen. Danke an das Organisations-Team der Gruppen und den Teilnehmern, die geholfen haben, dass ich mit meinem „Baby“ Göteborg erreicht habe.
Bernhard

 

Schön war´s …. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Norwegen, ich komme.
Anne

 

Norwegen, das Land der Wälder, Seen, Felsen und Wildwassern. Ich sage Tschüss auf ein Wiedersehen und erinnere mich gerne an die vielen freundlichen Menschen die ich oft in kurzen Kontakten und Smalltalks treffen durfte. Eine tolle Tour und tolle Zeit. Danke
Matthias B. aus E.

 

Danke an euch alle – dass ihr so mitgefahren seid, wie ihr seid:
Offen – oder eher verschlossen, mit klaren Gedanken und Gefühlen, die ihr geäußert oder für euch behalten habt, mit euern Päckchen oder Lasten, die ihr tragt, mit den Stützen oder sogar Flügeln, die ihr dafür geliehen oder geschenkt bekommt, mit euren Lieben, die euch/uns in Gedanken und Gefühlen begleiten und uns stark machen für unsere ganz eigenen Herausforderungen….
Danke an uns alle, die wir uns gegenseitig diese schönen Erfahrungen geschenkt haben!
Wolfgang

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