2019 | Norwegen| Tour-Tagebuch - 5. Tag (Sonntag, 01.09.2019)

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5. Tag (Sonntag, 01.09.2019)

Von Otta zum Quality Hotel Alexandra, Molde

Der erste Blick aus dem Fenster; es regnet! Nach dem Frühstück regnet es immer noch, aber der Zündfunken findet trotzdem im Trockenen statt, denn wir legen das Helmkreuz im Foyer des Hotels. Etwas Neues, aber zweckmäßig. Neu ist auch das Laudate zweistimmig zu singen, zumindest der Versuch. Nach drei – viermal üben klappt es schon etwas. Der Gedanke für unter dem Helm: was können die Gruppenmitglieder gut aus der eigenen Sicht bzw. was für positive Eigenschaften haben sie. Der Regen scheint nachzulassen, wir starten aber trotzdem mit Pelle.
Die Straße führt uns aus Otta am Fluss entlang hinaus und just als die Asphaltstraße wieder mal in einen glatten Feldweg übergeht wird der Regen wieder stärker. Zum Glück ist es aber nicht matschig und wir können zügig weiter fahren. Trotz schneller Fahrt weiß unser Guide, dass Schotter eben Schotter ist und verlangsamt genau an den richtigen Stellen das Tempo. Ich wäre wahrscheinlich leichtsinniger gewesen, auch deshalb fühle ich mich wohl hinter un-serem Guide.
Was uns die ersten zwei Stunden ständig begleitet ist der Fluss. Ein selbst im Regen immer farbiges Band, von türkisblau bis jadegrün ist alles an Farben dabei.
Dann wird es von oben trocken und ich sehe ein kleines blaues Band über den Bergen am Horizont, dem wir schnell näher kommen. Plötzlich scheint dann auch wieder die Sonne und die Straße wird immer trockener. Bei unserer ersten Pause ziehen alle bis auf Conny die Pel-len aus. Bei Conny hat es sich bewährt, wenn sie die Pelle etwas länger anbehält als nötig. Es scheint die Wettertrolle zu erfreuen. Auch heute ist es so, es bleibt nämlich den ganzen Tag trocken! Erst bei unserer zweiten Pause an einem zutiefst tiefblauem See zieht sie die Pelle aus und ich zum ersten Mal auf dieser Tour ein langärmeliges Hemd unter die Mopedjacke, es weht nämlich ein kalter Wind und wir sind richtig in den Bergen. Es ist allerdings anders als in den Alpen, nicht so spitz und schroff, eher schöne und geschwungen und abgeschliffen. Unaufgeregt faszinierend und spektakulär. Wie es hier wohl vor der Eiszeit ausgesehen hat?
Die kurvenreiche Straße führt jetzt durch eine wunderschöne Landschaft aus Felsen und Wasser bis nach Geiranger. Jetzt haben wir unser morgiges Tagesziel schon einmal bei schö-nem Wetter gesehen. Wer weiß, wie es morgen sein wird? Weiter geht es mit einer Fähre über den nächsten Fjord Richtung Trollstigen.
Auch eine grandiose Gebirgslandschaft, aber leider das Stilfser Joch Norwegens. Wir haben ein Super-September-Nachmittags-Wetter und beschließen den langen Weg nach Molde um den Fjord herum zu nehmen und nicht mit der Fähre abzukürzen. Wir cruisen also durch die Sonne am Wasser entlang und immer wenn es gerade droht langweilig zu werden, hat der Weg wieder ein paar schöne Kurven für uns parat. Wenige Kilometer vor Molde, bei uns scheint noch immer die Sonne, sehe ich am Horizont wie dicke Wolken ihre Last auf Land und Wasser herablassen.
Der Verkehr hat inzwischen zugenommen und ich denke nur, hoffentlich kommen wir vor dem Regen im Hotel an. Zum Glück ist das so und wir können unserer Motorräder sogar in einer Großraumgarage abstellen. Jetzt kann es regnen!
Im Hotel ist die Bar geschlossen und wir weichen für ein Ankommbier in die Kneipe nebenan aus. Eine gute Entscheidung (Zufall?), denn hier läuft ein Auswärtsspiel des heimischen Fußballvereins über mehrere Bildschirme. Die Gaststube ist voll mit Fans und da gerade das 2. Tor für Molde fällt, ist auch die Stimmung super. Nach dem Abendessen in der Nachticker-runde bekommen wir alle etwas Positives von uns und über uns mit auf den Weg, der dann morgen hoffentlich trocken weitergeht.

 

Dirk

 

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