2019 | Karnische Alpen | Tour-Tagebuch - 3. Tag (Montag, 19. August 2019)

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3. Tag (Montag, 19. August 2019)

Herrnwahlthann – Stuhlfelden

Hallo,
ich möchte mich zunächst auch vorstellen. Ich bin Tracy aus dem Haus der Yamis.
Ich bin zum ersten Mal auf einer großen Tour Richtung Süden unterwegs.
Ich hatte ja schon von meiner Vorgängerin „Hondi“ viel von den Alpenreisen gehört. Hondi war das Motorrad, welches mein Chef vorher gefahren war. Ich konnte sie kurz letztes Jahr noch in der Garage in Adlum kennenlernen, bevor sie ein anderes Zuhause gefunden hatte.
Nun bin ich bereits 10 Monate mit meinem neuen Besitzer unterwegs und das Leben macht mir viel Spaß. Dass es auf eine große Fahrt gehen würde, war mir schon im Juli aufgefallen. Es gab neues Öl, ich wurde geputzt und zum Schluss gab es gute neue Wanderschuhe. Das war auch bitter nötig, weil die alten schon ziemlich ausgelatscht waren.
Nun sind wir schon einige Tage unterwegs und es macht mir viel Spaß. Manches ist schon herausfordernd, aber eigentlich doch ganz spannend.
Erst die vielen Wasserduschen und dann gestern die Hitze, aber das ist wohl so, wenn es auf Reisen geht.
Eine Verwandte habe ich auch wieder getroffen. Aber ich glaube, die ist etwas eitel, sie nennt sich jetzt nämlich „Blaue Zora“. Ich weiß noch nicht was sie damit bezweckt.
Zwei andere Kumpels hatten gestern etwas Pech, ihr Schuhwerk hat sich verabschiedet. Sie mussten heute zum Verbandsplatz. Gott sei Dank ist Suzi heute Abend wieder zur Gruppe zurückgekommen.
Mit ihr habe ich mich schon etwas angefreundet, weil ich immer hinter ihr herfahren durfte.
Wir Yamis verstehen uns mit den Kawayamsuzi doch noch besser als mit den Boxer Typen, die hier doch eine starke Gruppe sind.
Aber nun mehr zu dem heutigen Tag.
In der Nacht hatte es stark gewittert und ich hatte schon Angst, dass es wieder so eine feuchte Rafting Tour wird wie vorgestern.
Aber Glück gehabt, nach ein paar Tropfen schien die Sonne, die Straße war bald trocken und die fast neuen Wanderschuhe griffen gut in den Asphalt.
Ja Asphalt, wie schön wäre es, wenn es nur solche Straßen geben würde.
Aber wer weiß was meinen Chef geritten hat. Ob er wieder einen neuen XXX (nicht lesbar) gehört hat. Jedenfalls, nach einer schöner Stunde Fahrt machte er plötzlich eine Ehrenrunde über einen Bauernhof, hielt kurz an, hatte eine kleine Besprechung mit den anderen Chefs und dann fuhr, ich glaub es nicht, über einen schlammigen Feldweg zu einem anderen Bauernhof.
Dabei hatten die doch auch eine schöne Teerstraße, zugegeben von der anderen Seite, aber das musste sein.
Ich werde es wohl nicht verstehen. Aber jedenfalls hat mein Chef mich gelobt, dass ich diesen Weg dann doch geschafft hatte.
Wenigstens etwas Wertschätzung.
Aber wie sehe ich jetzt aus. Alles voller Schlamm….
Bei einer kurzen Pause in Pfeffenhausen, konnte ich mich etwas erholen und etwas beruhigen. Jetzt sehe ich aus wie ein Weltreisender. Hat ja vielleicht auch etwas.
Es ging weiter Richtung Inn und plötzlich waren in der Ferne die Alpen zu erblicken. Ab dem Zeitpunkt ging es mir wirklich wieder gut.
Beim nächsten Stopp bekam ich auch etwas zur Stärkung, mein Tank war wieder voll und die Sonne schien. Was will ich mehr.
Aber über zwei Dinge möchte ich noch berichten.
Manchmal stehen an der Straße so runde Schilder, weiß mit einem roten Punkt. Irgendwie müssen die einen besonderen Anreiz auf die Chefs und Cefins ausüben. Scheinbar sind das Strecken, die man unbedingt fahren muss, um in ein anderes Spiellevel zu gelangen.
Am Morgen wurden noch einige dieser Sonderstecken ausgelassen, aber nach dem Mittag war dann doch wieder eine dieser Sonderwerkzeuge fällig.
Diesmal ging es wohl darum einem Gärtner auszuweichen, der in der Nähe gearbeitet hat. Aber wir waren zu schnell vorbei, bevor der Gärtner mit seinen Gerätschaften uns gefährlich werden konnte. Glück gehabt.
Das Zweite ist:
Die Menschen haben einen seltsamen Geruchsgeschmack. Heute war es wieder extrem. Überall parfümierten sie die Wiesen ringsrum.
Sie fahren dabei mit großen Treckern und Tanks quer über die grünen Wiesen. Ganz extrem war es dann in Österreich in der Nähe des Waldsees. Wie mit einem großen C-Rohr spritzte der Bauer direkt in hohem Bogen an der Straße auf das Feld und da musste ich direkt daran vorbei fahren. Man gut das der Wind aus eine anderen Richtung kam. Glück gehabt.
Aber genug davon.
Insgesamt war es ein schöner Tag mit dem Höhepunkt auf dem Pass Thurn mit dem schönen Blick in das Pinzgau und auf die Hohen Tauern.
Es ist einfach toll, so unterwegs zu sein und so viel zu erleben mit so vielen netten Begleitern.
Ich will mich jetzt etwas ausruhen. Morgen geht es auf dem Höhepunkt der Tour, über die Großglockner Hochalpenstraße.
Mein Chef hat auch noch meine Kette geschmiert, dann will ich ihn mal morgen darauf bringen.

 

Eure Tracy

 

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