2018 | Spurensuche - Europas Kultourerbe | Tour-Tagebuch

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Tagebuch der Teilnehmer an der Motorrad-Pilgerfahrt Spurensuche - Europas Kultourerbe

26. Mai bis 2. Juni 2018

Liebes Tagebuch,
Michael und ich erhielten diese Woche eine Mail von Tim. In dieser beschrieb er, was er von seiner "to-do"-Liste bereits abgearbeitet hatte, ob mir noch was einfiele und stellte - mehr oder weniger zwischen den Zeilen - die Frage, wie weit wir denn seien.
Mein Gott: Das Tagebuch! Ich hatte doch versprochen, eins zu besorgen. Was man nicht im Kopp hat ....
Und dann war es Tims Idee, dich, liebes Tagebuch, bereits vor dem Start zu füttern - meine Schuld ist es nicht!

Mein Mopped übrigens habe ich vor der Spurensuche nicht nochmal extra geputzt, obwohl Michael meinte, dass das zwingend notwendig sei, da man sonst später nicht genau sehen könne, wie dreckig es während der Tour geworden ist.
Mit Dietmar und zwei weiteren Arbeitskollegen war ich über Pfingsten an der Tonenburg im Weserbergland. Wenn diese Fahrt ähnlich klasse wird wie unser Pfingsttrip, dann will ich mal mehr als zufrieden sein.
So! Luftdruck geprüft, Öl okay, Mopped gepackt - morgen geht´s endlich los! Um 7:30 Uhr treffe ich mich mit Dietmar und Markus.
Doch ja: So´n bisschen aufgeregt und nervös bin ich schon, aber die Freude darüber, dass es endlich losgeht, überwiegt.

Uns allen wünsche ich eine entspannte Spurensuche, viele Kurven, gute Gespräche und den Segen desjenigen, der uns begleiten wird.

1. Tag (Samstag, 26. Mai 2018)

Liebes Tourtagebuch,
on the road again, ja es ist wieder so weit; nach "Beginne deinen Weg" die erste große Tour in diesem Jahr. Meine Vorbereitungen waren wieder so knapp wie im letzten Jahr; diesmal musste noch die Kette gewechselt werden. Und dabei wollte ich es diesmal ganz locker angehen lassen, etwas chilliger halt. Aber so ist das mit den Erwartungen und besonders mit denen, die man an sich selbst hat. Und dann ist das Thema "Erwartungen" auch noch Motto beim Zündfunken.
Und wie so meist, "et is ja allet no ma joot jejangen." Ich treffe mich, wie schon so oft, mit Michael und Barbara bei Decathlon in Herne. Ich freue mich auf die beiden. Auch wenn ich mich meist erst spät melde, nehmen sie mich immer gerne auf der Anfahrt mit. Danke an euch beide. Auf sie ist Verlass, sie haben immer ein gutes Timing.
Kurze Begrüßung und es geht auch direkt los zum "Altenberger Dom", und das bei bestem Wetter. Es ist schon imposant, auf den Dom, dieses große alte Gebäude der Christenheit, zuzufahren. Hier starten wir diesmal zu unserer Spurensuche. Um es mit Martins Worten auszudrücken: "boah ey".

Ein paar Mitpilger - oder sagt man Spurensucher oder vielleicht sogar Spurenfinder - sind schon da. Langsam füllt sich der Vorplatz, alle trudeln ein.
Herzliche Umarmungen, Wiedersehensfreude, Vorfreude; sogar zahlreiche Weggefährten - Freundinnen und Freunde - die diesmal nicht mitfahren, sind gekommen; einfach schön!
Hey, da ist ja auch Mike, mein alter Spezi aus Tönisheide! Beim gestrigen Telefonat hatte er sich nichts anmerken lassen. Auch er ist mit seiner Frau Gabi gekommen, um uns begrüßen und auch wieder zu verabschieden - einfach klasse - Erwartungen übertroffen!
Nun noch schnell das T-Shirt bezahlt (sieht echt schick aus), aber ich hätte doch lieber Größe L nehmen sollen. Nun ja, bei den heutigen Umweltbelastungen wird die Luft doch auch kalorienhaltig.
Und schon geht es los. Der erste Zündfunken auf der Spurensuche 2018. Michael liest den Text auf Seite 14 im Roadbook vor. "Aller Anfang ist schwer .....". Es spricht mich an, diese Zeilen werden mich begleiten.
Das Tagebuch wird verlesen und kreist 1 x, 2 x - ich greife zu! Mann, bin ich spontan. Warum eigentlich?

Wir treffen uns noch in den Kleingruppen. Andreas fehlt, er stößt erst heute Abend zu uns. Und Conny sagt auch leise "servus". Sie hat noch eine private Feier und ist erst morgen früh wieder bei uns. So bleiben von Sechsen nur Viere, also Kleinstgruppe statt Kleingruppe. Reihenfolge wie besprochen - und schon geht es los: Michael, Regina, ich (Wolfgang) und Thomas.
Zunächst durch kleinere Ortschaften und dann ist kurvenreiche Strecke angesagt, und das bei optimalen Wetterbedingungen. Doch was noch geiler ist, ist die orchestrale Begleitung, die mir widerfährt, ein wahres Sounderlebnis: vor mir die Ducati von Regina und hinter mir
Thomas mit seiner Kawa und der E-konformen Auspuffanlage. V2-Klang vom Feinsten, ich steh drauf. Da muss ich doch an meine Honda Hawk denken, die mich letztes Wochenende begleitet hat.
Erste kurze Pause, bisserl was trinken, alles ok, gut eingerollt - alle zufrieden, Erwartungen erfüllt!

Und weiter gehts! Noch mal 60 km, jetzt tanken, vielleicht ´nen Kaffee? Auch Thomas gelüstet danach, aber nee, erst mal weiter. Gefühlte 100 km später erreichen wir Weilburg, ca. 13:00 Uhr. Michael steuert zielstrebig auf den großen Parkplatz zu, den Kirmesplatz von Weilburg. Und mitten drauf die Bratwurstbude der "Fleischerei Bleul". Hier gibt es Schnitzel, Bratwurst, Mantaplatte und Getränke - hm! Ich glaube, Michael ist kein Kuchenfreund! Auch wir bestellen ..... und endlich mal sitzen!
Die Bratwurstbude füllt sich, scheint ein Geheimtipp zu sein; aber die Wurst war auch echt lecker. Zum Abschluss noch den anstehenden Toilettengang erfüllen. Dem Hinweis der Bedienung auf das gegenüber liegenden Café (versteckt gegenüber der Hauptstraße) folge ich nur zu gerne. Ich kann euch sagen: ein urgemütliches Café, dies ist im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses (alter Villenstil) untergebracht und mit einem tollen Garten versehen. Aber erst der Kuchen, eine Nussecke "für auf die Hand" muss reichen.
> lecker! Erwartungen übertroffen!

Und schon geht es auch wieder weiter. Die Saalburg ist uns unterwegs irgendwie abhanden gekommen. Woran lag es? War es das Navi, das warme Wetter oder doch die Gelüste aufs kühle Willkommensbier? Egal! Wir sind noch früh dran und machen einen Abstecher zum Feldberg; nochmal was Flüssiges, Aussicht genießen und Moppeds gucken.
Und jetzt aber los nach Schmitten, zum Hotel "Kurhaus Ochs". Da war ich dieses Jahr schon mal mit "Beginne deinen Weg". Das war auch eine schöne Einstimmung für die Saison 2018.
Und die Erwartungen? Tja, Begrüßungsbier und lecker Essen, so hoffen wir! Auch Martins und Tims Gruppe kommen an.

Das Essen ist wieder lecker. Auch Andreas ist jetzt dabei, kommt aus Süddeutschland. Unsere Gruppe füllt sich - gut so!
Ach ja - die Erwartungen wieder mehr als erfüllt
Ende

Wolfgang, der mit der blauen Suzi

 


2. Tag (Sonntag, 27. Mai 2018)

Start am Hotel Ochs in Schmitten

Es ist wieder 8 Uhr, und es geht zum Frühstück im Hotel Ochs. Wie bei vielen anderen Teilnehmern ist es erst drei Wochen her, seit wir beim BdW hier übernachtet haben. Aber etwas ist heute anders. Herr Pauli kommt zum Zündfunken.
Um 9 Uhr stehen wir mit Herrn Pauli aus Gräwenwiesbach im Kreis. Als Gäste können wir heute noch den Inhaber des Hotels, Herrn Ochs, und zwei Motorradfahrer, die auch im Hotel übernachtet haben, willkommen heißen.

Der Zündfunke beginnt mit einem "Laudate omnes gentes". Dann erfahren wir, dass heute der Dreieinigkeitssonntag ist. Damit habe ich ja immer meine Probleme. Es kommt halt immer der kleine Häretiker durch. Aber der Gedanke, dass die Dreieinigkeit eine Gemeinschaft beschreibt, gefällt mir. Da ist auch unsere Pilgergemeinschaft eingeschlossen.
Nach einem "Vater unser" und einem Segen geht es wieder auf die Tour. Natürlich auch mit einer Aufgabe für den Tag: "Was bedeutet dieser Segen für dich?" Erst mal eine Frage. Ich packe sie virtuell in den Tankrucksack und los gehts.

Nach einer kurzen schönen Waldstrecke quälen wir uns um Frankfurt herum. Diese Stadt und ich werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. In Bayern angekommen, machen wir erst mal Mittag in einem Wirtshaus mit einer sehr dynamischen Bedienung. Sie hat alle Hände voll zu tun, macht dies mit einer besonderen Freundlichkeit. Durch Bayern geht es weiter und gegen 17:30 Uhr erreichen wir unseren Ponyhof. Heute sind wir auf einem Reiterhof untergebracht, auf dem auch Reiter auf Motorrädern willkommen sind.

Zum Nachtickern geht es in die große Runde mit allen zusammen. Es entwickelt sich ein lebhaftes Gespräch zum Thema "Segen". Da hatte der Tagesgedanke wohl gezündet. Die große Frage ist "was unterscheidet einen Segen von einem Wunsch für jemanden und richte ich den Wunsch an Gott, damit er das regelt oder ist es die Bitte um seine Mithilfe".

Im Anschluss an das Nachtickern wurde der Tag in einer fröhlichen Runde beschlossen.

Danke für die Vielfalt unserer Gemeinschaft!
Danke für die Einigkeit in unserer Gemeinschaft!
Danke, dass du uns eine solche Gemeinschaft gibst!

Rainer

 


3. Tag (Montag, 28. Mai 2018)

Oh Schreck! Das Tourtagebuch kreist seine übliche Morgenrunde und ... bleibt bei mir hängen!
Was hat es sich dabei nur gedacht?

Die Spurensuche begann in diesem Jahr ganz ungewöhnlich:

Freitag früh: Guten Morgen, Familie - Tschüs Familie - bis morgen Familie!

Freitagabend: Vorübernachtung zu Viert (Dagmar, Regina, Rainer, ich) - Thomas "zu Besuch" - Sozusagen ein erstes "kleines Hallo" - eine inzwischen liebgewonnene Tradition

Samstag früh: "großes Hallo" am Altenberger Dom - guten Morgen Pilgerfamilie - Tschüss Pilgerfamilie - bis morgen Pilgerfamilie (seltsames Gefühl)

Ich fahre den ganzen Tag alleine, und doch begleitet IHR ALLE mich in meinen Gedanken.

Samstagabend: Familienfeier - so viel dazu - Punkt!

Sonntag früh, na ja, also, Vormittag: Meine Gruppe holt mich gegen 11 Uhr am Hotel ab. Ich freue mich wie ein kleines Kind und bin total dankbar. Endlich kann es so richtig losgehen!

Soweit die Vorgeschichte - sorry ..... Nun zu heute, also quasi gestern ...

Tim lädt uns beim Zündfunken dazu ein, heute ganz besonders auf die Spuren zu achten, die wir im Laufe des Tages entdecken werden. Und beim Nachtickern kommen da tatsächlich ganz unterschiedliche Spuren zusammen.

Im www.urmu.de in Blaubeuren erfahren wir, wie hier im Tal in verschiedenen Höhlen archäologische Funde geborgen und gedeutet werden. Der Neandertaler und der "moderne Mensch" haben hier gelebt, sind sich hier aber wohl nie begegnet. Neandertal? Moment mal!
Das ist doch gar nicht weit weg von unserem Startpunkt! Da muss ich auch unbedingt mal hin ....

Im Museum lernen wir auch, dass die Schwäbische Alb aufgrund des Karst-Gesteins immer schon arm an Oberflächenwasser war und dass durch diesen Umstand die Bevölkerung bis ins 18./19. Jahrhundert hier in Armut lebte. Alexander hat dazu seine ganz persönliche Spur: Seine Vorfahren wanderten aufgrund dieser Wasserarmut von hier aus - ins Gebiet von Odessa (heute Ukraine). Und nun ist er sozusagen zurück. Wir waren alle beeindruckt, die Entwicklung von Kultur so anschaulich und hörbar vor Augen und Ohren geführt zu bekommen. Sei es die Spezialisierung von z. B. Werkzeugen, die Herstellung von Schmuck oder von Instrumenten - unser heutiges Kulturerbe!

Bei unseren Fahrten durch Deutschland wundere und amüsiere ich mich immer wieder gern über Ortsnamen und wie sie wohl entstanden sind - auch eine Form von Kulturerbe, wie ich finde. Am ersten Tag fuhr ich durch Dirkingen (schönen Gruß an meinen Mann), kam an Husten und sogar Halb-Husten vorbei (klingt beides nicht gesund).

Heute kamen wir nach einer ausgiebigen Schotter- bzw. Splitstrecke nach Ohmenheim. Es war zum Glück kein schlechtes Omen für den Tag. Bei nachmittäglichen 26 Grad fuhren wir dann durch Hitzkofen. Wer will bei dem Wetter noch zusätzlich Hitze kofen?

Die letzen Kilometer führten uns durchs wunderschöne obere Donautal zum Kloster, Verzeihung zur Erzabtei St. Martin zu Beuron, wo wir herzlich willkommen geheißen wurden. Ich freue mich sehr, an diesem schönen Ort für drei Nächte verweilen zu dürfen - auch eine Besonderheit bei dieser Tour.

Bevor nun diese Zeilen allzu viele Spuren bei euch hinterlassen .... nur noch ein Wort:

DANKE!!!

Conny

 


4. Tag (Dienstag, 29. Mai 2018)

Hallo Tagebuch,
da sind wir beide also wieder auf Spurensuche. Zur Zeit sind wir im Kloster Beuron, wo wir uns etwas länger aufhalten. Der heutige Tag war ein ganz besonderer.

Martin sagt, er habe nur 30 km auf dem Tacho, das habe er noch nie erlebt. Es begann schon mit dem Zündfunken. Der fand nämlich nicht draußen bei den Motorrädern (bei schönstem Wetter), sondern im Tagungsraum im Stuhlkreis statt. Glücklicherweise erinnerte wenigstens das Helmkreuz an "Pilgern mit PS".

Der Grund war Pater Daniel, der seit ca. 30 Jahren als Benediktinermönch hier im Kloster lebt. Er gab uns einen sehr interessanten Einblick in das Leben eines Mönchs in der Gemeinschaft. Beeindruckt hat mich seine Aussage, dass Mönchsein eigentlich bedeutet "frei zu sein für das Lesen und Studieren der Heiligen Schrift". Besonders in den Stunden von 9 -12 Uhr vormittags. Er sagte, dass das nicht mehr gelingt in unserer Zeit, weil es morgens vielfältige andere Aufgaben gibt, die zu erledigen sind. So ist unsere schnelllebige Zeit auch hinter den Klostermauern angekommen.

Anknüpfend an unseren Zündfunken sagte Pater Daniel auch, dass ein wichtiges benediktinisches Glaubensmotto nicht "ora et labora" sei, sondern das Hören einen übergeordneten Rang einnimmt. "Höre .... dann wirst du ankommen."
Dazu fällt mir ein Text von Sören Kierkegaard ein, der in etwas so lautet:
Ein Auszug: ".... ich dachte zuerst, Beten sei Reden mit Gott. Beten heißt aber: still werden und still bleiben, bis der Betende Gott hört." Dann bin ich angekommen.
Eigentlich, liebes Tagebuch, ist es jetzt genug, aber wir sind ja auf Spurensuche. Wir haben zwar wenige km gefahren, aber dennoch viel erreicht.

Nach einem leckeren Mittagessen im Kloster starteten wir nach Meßkirch (15 km) zum "Campus Galli". Das ist ein Projekt, in dem man versucht, mit den Mitteln des 9. Jahrhunderts eine Klosteranlage zu bauen. Als Vorlage dient eine von Mönchen erstellte Zeichnung (kein Bauplan) aus eben jener Zeit. Sehr, sehr interessant und beeindruckend. Da muss man schon selber hinfahren, das kann man nicht erzählen. Wir sind in 5 Jahren wieder dort!

Noch ein kurzer Gedanke zur Spurensuche und dann höre ich auf, obwohl es noch so viel zu sagen gäbe. Ich denke, wir sind in diesem Jahr auf den Spuren der Menschheit. Wie sie lebten in den verschiedenen Epochen, wie sie überlebten, was sie antrieb, was sie suchten.
Und wir schlagen immer wieder den Bogen zu uns.
Was treibt uns an?
Wie leben wir?
Was suchen wir?
Welche Spuren hinterlassen wir?
Wir sind mittendrin. Spurensucher eben. Wie schön, dass wir gemeinsam suchen.

Marita (Spurensucherin)


5. Tag (Mittwoch, Mittwoch 30. Mai 2018)

Liebes Tagebuch,
dieses Jahr hast du gar keinen Namen wie letztes Jahr "Tagebuch lila"! Egal, ich schreibe gerne in dir! Vor dem Zündfunken ist endlich mal Tau auf dem Motorrad. So kann ich mit dem feuchten Tuch die Scheiben und das Visier reinigen. Beim Zündfunken liest Martin ein Gedicht von Rudolf Otto Wiemer vor, das uns verdeutlicht, dass Engel keineswegs himmlische Wesen sind, sondern Menschen wie du und ich! Ja, es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel!

Danach verabschieden wir Markus, der arbeiten muss, danach aber wiederkommt!

Barbara schont ihr Motorrad und fährt bei Martin als Sozia mit! Dann geht es in den bewährten drei Gruppen auf zur Insel Reichenau!
Unterwegs in Stockach erblicken meine Augen einen großen Honda-Betrieb! Freude kommt auf und ich denke, warum gibt es hier unten so wenig BMW-, Suzuki-, Kawasaki-, Triumpf- Betriebe?

Dagmar beginnt zu schwitzen, sie meint, für höchstens 5 km noch Benzin zu haben! Vollgetankt geht es dann weiter durch herrliche Obstplantagen, an Blumenwiesen vorbei durch herrliche Wälder. Die Obstkulturen stehen für das Paradies, wo es ja auch Obst gab, zumindest Äpfel. Ja, dieses Fleckchen Erde ist ein Paradies, ein Ort von Gott geküsst! Das ist auch die Insel Reichenau, wo wir von Messner Müller vor dem Münster St. Maria und St. Markus begrüßt werden! Um 724 n. Chr. entstand hier die erste Klosterkirche der Benediktiner. Der erste romanische Bau mit maurischen Bögen wurde spätgotisch von 1447 - 1477 verlängert! Wir erfahren, dass dies die erste Vierungskirche nördlich der Alpen ist, die die Reliquien des Apostels Markus beherbergt. Hier auf der Reichenau in der Abtei gibt sich Europa die Hand.

Da wir inzwischen eine Gruppe sind, die gut zusammengewachsen ist und sich gut versteht, darf hier auch gesagt bzw. geschrieben werden, dass Dagmar einen Anruf erhielt, dass es ihrer Mutter im Hospiz sehr schlecht geht und sie sterben könnte. Die Familienmitglieder sind bei ihr, Dagmar ist bei uns! Ihr Vater möchte, dass sie bei uns bleibt! Liebe Dagmar, dir, deiner Mutter, deiner Familie viel Mut und Kraft und Gottes Nähe! Wir denken an euch, besonders an deine Mutter und dich! Er schicke euch einen Engel, von dem wir morgens gehört haben!
*) siehe Nachtrag

Nach einer Stärkung auf der Insel Reichenau fährt meine Gruppe nach Konstanz, um mit der Fähre nach Meersburg überzusetzen. Wieder durch herrliche Landschaften zurück mit einer Einkehr im Schloss und Kloster Salem, einer Zisterzienserabtei, geht es durchs Donautal zurück nach Beuron. Bevor wir dort ankommen, machen wir einen Abstecher, um einen tollen Blick von einem Berg auf die Erzabtei Beuron zu bekommen! Wir halten an und machen
Fotos.

Ein toller Tag für alle drei Gruppen, wie wir abends beim Nachtickern austauschen. Für mich nach der Luther-Tour von 2017 die zweite große Tour, bei der vieles leichter und lockerer für mich ist, weil ich letztes Jahr Anfänger war und von lieben Menschen bis heute viel lernen durfte, viel mehr als wie man Ketten schmiert, wie mir Tim so liebevoll erklärt hat! Dass ich bei euch so viel lernen durfte, nur ein Wort, dafür umso herzlicher:

DANKE

Josef


6. Tag (Donnerstag, 31. Mai 2018)

Fronleichnam

Hallo Tagebuch,
ich grüße dich, wir werden heute den Tag zusammen verleben, beginnend nach einigen Runden beim Zündfunken. Lass uns schauen, wie es wird. Zu deiner Info: wir werden diesen Tag mit Michael, Regina, Andreas, Conny und Wolfgang verbringen.

Los gehts mit einem tränenden Augen des Abschieds von der Erzabtei St. Martin, aber mit einem herzlichen Willkommen im Kloster St. Maria
- wieder mit wunderschönen kurvenreichen Strecken
- einem Abstecher über den Rhein mit einer Fähre nach Frankreich
- mit interessierten Mitmenschen, die uns durch Fragen erst einmal darauf aufmerksam machen, was für ein zusammengewürfelter Haufen wir sind, da wir in unser Gruppe alle unterschiedliche Nummernschilder haben. Wir haben dann den Zusammenhang erklärt. Die Reaktion war Faszination und Bewunderung über das Pilgern mit Motorrad.

Ein gemeinsames Ziel verfolgen. Und du, liebes Tagebuch, nimmst an all diesen Dingen teil und das Beste ist, in dir sind diese Dinge auch festgehalten.
So, jetzt aber nach der Kaffeepause in Landau auf die Zielgerade zum Kloster St. Maria, wo wir uns wieder mit allen treffen. Nach dem Abendbrot - ein Drei-Gänge-Menü - wird uns über das Kloster erzählt. Auch hier wieder eine herzliche Aufnahme, die uns bis jetzt überall zukam.

Jetzt Nachtickern, den Tag Revue passieren lassen, ein Austausch, Gedanken!
Ach so, hinsetzen, schreiben, in dir auf den Seiten Eindrücke des Tages festhalten.

Ich glaube, ich bin fertig

Thomas

P.S. Ein schöner Tag mit dir!
"Weiß ich den Weg auch nicht, so kennt ihn Gott!"


7. Tag (Freitag, 1. Juni 2018)

Hallo Tagebuch - oder besser: "hello again"! Wir kennen uns ja schon ein wenig. Heute beginnt der Tag mit dem Zündfunken vor dem Kloster St. Maria in Esthal. Zusammen mit zwei Gästen stehen wir im Kreis um das Helmkreuz, und Martin trägt von Kurt Tucholsky "Drei Minuten Gehör" vor. Es ist schon erstaunlich. Ich kenne den Vortrag von Martin von einer anderen Fahrt, aber mit einem anderen Hintergrund liegt der Fokus auch auf einem anderen Teil des Gedichts. Für mich stehen heute die Frauen und Mütter im Vordergrund. Sie lässt man mit den Folgen der Weltpolitik allein. Ist das heute anders? Oder sind die Frauen und Mütter des 1. Weltkriegs heute wir alle, die mit ansehen müssen, wie Ideologien Gemeinschaften in mitunter tödliche Feindschaften verwandelt?

Im Anschluss an den Zündfunken fahren wir zum Hambacher Schloss. Auf dem Weg dorthin geht mir ein Lied der Studentenbewegung des 19. Jahrhunderts nicht aus dem Kopf: "Die Gedanken sind frei". 1832 haben Tausende für das Recht, ihre Meinung frei äußern zu können, eine beschwerliche Reise durch die deutschen Länder auf sich genommen.

Im Anschluss an das Hambacher Fest mussten viele dieser Mutigen für die Äußerungen ihrer Idee nach einem in Freiheit geeinigten Deutschland ins Gefängnis. Bis wir alle in einem Land leben konnten, sollte es noch 158 Jahre dauern. Wir sollten uns dieser Freiheiten immer bewusst sein.

"Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei auszudrücken. Eine Zensur findet nicht statt." (Grundgesetz)

Nach dem Hambacher Schloss fuhren wir Richtung Mosel. Leider hatten die Verkehrsplaner in Kaiserslautern noch eine Rundfahrt durch die wichtigsten Industriegebiete der Stadt vorgesehen. Zumindest kann ich die Kombination von Sperrungen und Umleitungen nicht anders deuten. Was die Verkehrsführung jedoch mit den Leistungen des örtlichen Fußballs zu tun hat, darf Martin hier eventuell ergänzen.

Nicht unerwähnt sollte hier bleiben, dass wir nach der Kaffeepause gegen 15.30 Uhr in einen ordentlichen Regenschauer geraten sind. Sechseinhalb Tage Pilgern mit PS ohne Regen bei tollem Wetter! Da fällt dieser Regen in die Rubrik "Kleinigkeiten, die dazugehören".

Kurz nach 17 Uhr erreichen wir das Ziel "Kloster Himmerod" in der Eifel. Als ich mein Zimmer betreten habe, glaubte ich, in einer anderen Zeit zu sein. Nach der Kontrolle des Datums auf dem Telefon habe ich nach dem Schild "Bitte nicht berühren" gesucht. Das muss doch ein Museum sein oder?

Um 19 Uhr wurden wir zu einer Führung durch das Kloster empfangen. Neben vielen Details zur Bau- und Entwicklungsgeschichte des Klosters haben mich besonders die Ausführungen zu den Entscheidungen der Zisterzienser im Kapitel beeindruckt. Schon seit mehreren Hundert Jahren wurden hier die Entscheidungen für die Gemeinschaft demokratisch getroffen. Hier schließt sich der Kreis zu unserem Besuch des Hambacher Schlosses. In der Nachtickerrunde am Abend wurde neben den Ereignissen des Tages auch die gesamte Woche betrachtet. Es hat mich besonders fasziniert, wie sich die einzelnen Stationen der Pilgertour verbunden haben. Sicher hat hier jeder seine eigenen Schwerpunkte.
Für mich war es der Campus Galli und die Motivation, ein Ziel zu verfolgen. Nicht alleine, sondern in der Gemeinschaft gehen sie es an und ich denke, dann werden sie es auch schaffen. Irgendwann.

So, für mich ist diese Tour damit zu Ende. Ich bedanke mich bei meiner Gruppe, bei Tim, unserem Guide, bei Dagmar, Josef, Alexander und Joachim, dass ich mit euch fahren durfte.
Ich bedanke mich bei all den anderen Spurensuchern aus den beiden anderen Gruppen für die tolle Gemeinschaft und die Impulse, die über diese Woche hinaus wirken.
Dankbar bin ich auch für alle, die uns in dieser Woche aufgenommen haben. Ich denke, wir haben an vielen Orten mehr erhalten als ein Bett und ein Stück Seife, aber das trägt jeder selbst in seinem Herzen mit.

Bis zur nächsten Tour!

Rainer


8. Tag (Samstag, 2. Juni 2018)

"Hallo, liebes Tagebuch",
ich rede dich mal vorsichtshalber auch so an, wie die anderen vorher. So wird es ja wohl richtig sein. Erlaube mir bitte trotzdem die Frage: "Wer bist du eigentlich?" Wen füttere ich hier? Oder mit wem rede ich bzw. schreibe ich? Bist du ein imaginäres Wesen oder bist du stellvertretend für alle anderen Biker-Pilger der Ansprechpartner unserer Tour? Oder steckt hinter dir auch so was wie ein Geist, vielleicht sogar wie der Heilige Geist? Du bist ganz sicher nicht nur Papier-Materie. Wir "Futtergeber" oder "Fütterer" bekommen keine direkte Antwort von dir, aber ich glaube schon, dass irgendetwas passiert. Ach ja, zumindest gab es immer einen freundlichen Applaus. Aber den meine ich natürlich nicht. Nein, jetzt ist es mir ganz klar geworden, du bist der Verteiler und Vermehrer der Gedanken, Worte und Gefühle der Fütterer. Dazu fällt mir spontan die wunderbare Brotvermehrung ein. Na ja, Schluss jetzt mit dem Philosophieren, ich versuche endlich loszulegen, bevor du voll bist.

Der letzte Morgen, das letzte Frühstück, der letzte Zündfunke nach einer Woche, die unbeschreiblich schön und wertvoll war. Ich freue mich nun auch wieder auf zu Hause und weiß von einigen anderen, dass es ihnen auch so geht. Aber ..... vorher heißt es, Abschied zu nehmen. Und das fällt mir sehr schwer. So ist meine Stimmung entsprechend gedrückt, traurig und gleichzeitig voller Dankbarkeit und Glück.

Nach dem Zündfunken mit dem nahegehenden Lied "Möge die Straße uns zusammenführen ..... und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!" folgt zum Abschluss ein "Vater unser". Dann erst mal Abschied nehmen von Sechsen, die jeweils von hier auf direktem Weg nach Hause oder zu einem anderen Ziel fahren. Das sind Alexander, Andreas, Marita und Matthias sowie Reinhard und Rainer. So manche Träne fließt beim herzlichen
Abschied und Danke, man sagt auch dazu: "Die hatten Pipi inne Augen".

Alle anderen 13 wollen noch zum Altenberger Dom fahren, um dort gemeinsam Abschied zu nehmen. Die Idee, mit den restlichen Fahrern nur zwei Gruppen zu bilden, wird verworfen.
Da der "Schwund" die drei bisherigen Gruppen gleichmäßig betrifft, wird nicht umgestellt.
Die Gruppen fahren wie folgt:
Martin mit Barbara, Dietmar und Markus
Michael mit Regina, Conny, Wolfgang und Thomas
Tim mit Dagmar, Josef und Joachim

Mein Gruppenführer Martin zieht in Anbetracht des Wolken verhangenen Himmels direkt morgens die Hosen-Pelle über, Dietmar auch. Es ist kühler als in den letzten Tagen. Wird es Regen geben oder bleiben wir verschont? Ich will keinen Regen! Also erst mal keine Pelle!
Ich höre von weitem, dass Josef sagt: "Die schwerste Entscheidung beim Motorradfahren ist: Pelle an oder aus?!" Finde ich auch (grins). Martin sagt zu uns, dass wir zuerst zu einem "Aldi, Lidl, Penny, Netto, Rewe oder Edeka" fahren, um die Getränke-Pfandflaschen der ganzen Woche loszuwerden. Es taucht aber lange nichts dergleichen auf.

Die Straßen sind am Morgen schön leer. Das verleitet, viele Gedanken durch den Kopf laufen zu lassen. Natürlich taucht wieder mein Begleiter auf, mein "tock tock-tock - rumpelrumpel-rumpel - du-dumm-du-dumm-du-dumm - bumm-bumm-bumm usw." Leider hat er relativ viel Gedankenzeit in dieser Woche beansprucht bzw. geklaut. Schade! Aber gut, dass sich meine Befürchtungen nicht realisiert haben.

Wir kommen zum Nürburgring. "Siedend heiß" fällt mir ein, dass Tim zu mir im Hambacher Schloss gesagt hat, dass ich Martin sagen solle, dass wir dort nicht entlangfahren sollten, weil dort "Rock am Ring" - also eine riesengroße Veranstaltung ist. Das habe ich vergessen. "Au, Mist"! Hoffentlich geht es gut, und wir kommen gut durch! Wir wundern uns nur über die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h in dem Bereich über eine längere Strecke, obwohl es sich um eine breite Straße handelt. Und eine Kolonne Oldtimer-Autos tuckert mehr oder weniger langsam vor uns her. Sie versetzen meine Gedanken in die Zeit vor "1000" Jahren, als ich auch solche Autos hatte.

Dann ist Zeit für eine kurze Pause. Martin packt die letzten Kekse von Marita aus, und wir teilen sie uns und denken an Marita und Matthias. In dem Moment fährt Michas Gruppe vorbei und winkt fröhlich. Dietmar - von Martin Ditze genannt - hat keine Geschwindigkeitsanzeige mehr am Mopped - wie ich so am Rande mitbekomme. Er sagt, die Tachowelle ist weg, hat sich wohl versteckt. Man kommt nicht dran. Ich habe ja keine Ahnung von so was! Martin meint nur: "das spart Kilometer". Markus steht derweil mit nackten Beinen da, weil er sich eine Jeans unter der Motorradhose anzieht - "wegens die Kälte". Da ich mich nicht traue, das zu fotografieren, muss ich es wenigstens hier erwähnen.

Bei der Weiterfahrt suchen wir immer noch nach einem Aldi etc. Es regnet zum Glück bisher noch nicht. Wir können schön zügig fahren. Dabei vermisse ich wieder, wie öfter mal, einen 7. Gang. Ich versuche zu schalten, aber es geht nix mehr.

Dann endlich taucht doch noch ein Rewe auf. Aber - oh je - die Pfandflaschen-Automaten sind blockiert, also wieder nix. Dafür trinken wir einen leckeren Kaffee und Cappuccino an den Moppeds. Uiii, da fällt die Packung mit den letzten drei Keksen von Martin, die Sorte mit den 52 Zacken pro Stück, vom Mopped. Darüber können sich nun die Vögel freuen. Markus kauft eine leckere Schokolade seiner Spezialmarke, Ditze kauft leckere kleine rote Gummiteilchen. Dabei kommt die Sonne durch - schön, aber direkt sehr warm - zu warm "für ohne Fahrtwind". Ditze findet auf einmal sein Roadbook der Seele unter seinem Nierengurt, den er umhat. Gutes Versteck! Während wir so dastehen, kommt ein alter Mann zu uns und fragt, wo wir denn herkommen. Ich sage "aus dem Ruhrgebiet". Da sagt er doch tatsächlich: "Da war ich noch nie!" Unglaublich! Das geht ja "gaaaanich"! Dann erzählt er was von seinem alten Motorrad, das er aber nicht mehr fährt. Ich erzähle ihm von unserem christlichen Hintergrund beim Motorradfahren. Er meint "nee, jetzt im Alter hab ich damit nicht mehr so viel am Hut. Die Kirche hat in letzter Zeit so viel negativ verändert." Ich will gerade anfangen zu missionieren, da meint er zu Markus, dass er ein Haar an der Nase hätte. Markus sagt, dass
sein Rasierer da nicht so gut drankäme. Der Mann sagt, er solle sich einen Braun-Rasierer kaufen, damit könnte man alles rasieren und sogar Muster machen und Figuren schneiden.
So kann man auch die Pausen verbringen - und sich köstlich amüsieren.

Gut gelaunt fahren wir weiter Richtung Rheinfähre Linz-Kripp, die nicht mehr weit weg ist. Als wir ankommen und uns direkt an die Auffahrt zur Fähre hinstellen, sehen wir Tims Gruppe am Imbiss. Joachim kommt grinsend und meint: "Man denkt an nichts Böses - und dann kommt ihr!"

Nach der kurzen Rheinüberquerung ist es noch ein Stündchen bis zum Altenberger Dom. Wir brauchen eine "Tanke". Die Suche ist bald erfolgreich. Mir ist es lästig, dass ich selbst bezahlen muss. Wenn ich mit Micha zusammen fahre, bezahlt er immer für mich mit. Martin meint, dann werden wir nächstes Jahr alle bei Micha mitfahren. Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch die Toilette dort "inspizieren". Dies ist leider nicht möglich, weil der Besitzer weggefahren ist und den Schlüssel irrtümlich mitgenommen hat. Was will man machen? Wir suchen eine andere, dieses Mal in der Natur. Ich frage Martin, wo hier im Wald denn die Damentoilette sei. Ditze zeigt auf einen Abfalleimer und meint: "da - es fehlt nur die Brille". Ich bevorzuge eine etwas entfernt liegende Stelle. Die drei Herren suchen auch jeder eine
eigene. Bei dieser Klärung und Unterscheidung stellen wir fest, dass wir drei BMWs sind und eine andere, dass wir drei Männer sind und eine andere, dass wir drei Kollegen sind und eine andere, dass wir drei Nichtraucher sind und ein anderer ........

Wir sind die erste Gruppe, die am Altenberger Dom gegen 14.15 Uhr ankommt. Trotzdem gibt es einen Empfang: Mike ist da! Die Freude ist groß. Er sagt, dass er die ganze Woche hier auf uns gewartet hat! Es findet gerade eine Hochzeit statt. Dadurch können wir nicht auf den Domplatz fahren und auch nicht in den Dom gehen. Martin parkt "extra" auf einem Parkplatz mit Matsche, weil ihm die Stiefel von Ditze bisher zu sauber aussahen. Kurze Zeit später kommen die anderen beiden Gruppen mit Tim und Michael. Markus muss zuerst seine Jeans unter der Motorradhose ausziehen, es ist schön warm geworden. Dazu geht er in den
Beichtstuhl. (grins)

Wir übrig gebliebenen - und hier heil angekommenen Pilger (außer einem recht harmlosen, aber natürlich trotzdem etwas ärgerlichen Umfaller ist nichts Schlimmes passiert - Gott sei Dank) machen es uns draußen beim Restaurant - natürlich mit Mike - gemütlich mit viel Fröhlichkeit, Freude, Dankbarkeit, Lachen ...... und köstlichen Leckereien wie Kuchen, Torte, Eis ..... Nach etwa einem Stündchen kommt dann der endgültige Abschied in einer Runde mit Helmkreuz am Rande des Restaurants. Nach Texten und Gebet legen wir alle die rechte Hand auf die linke Schulter unseres rechten Nachbarn und die linke Hand auf den Rücken unseres linken Nachbarn - spüren uns - und sagen tschüs, macht´s gut, kommt gut heim.

Laber - laber - laber - jetzt ist Schluss. Ich möchte eigentlich noch passend zum Ausdruck bringen, wie gut und wertvoll und segensreich für mich diese 8 Tage waren, aber mir fehlen dazu leider die Worte, die das richtig zum Ausdruck bringen könnten. Ich schließe mich daher allen bisherigen "Lobeshymnen in vollem Umfang" an!

HERZLICHEN DANK euch allen und dem lieben Gott, der ja bekanntlich durch andere Menschen wirkt und für seinen Segen an allen Tagen und ganz besonders am/ab Mittwochabend - ihr wisst, was ich meine!

Nun kann ich nur noch hoffen, dass ich morgen nach dem Frühstück von dem Letzten, dem ich den Tagebucheintrag vorlese, auch einen Applaus bekomme.

Barbara

Ach, eine Frage muss ich unbedingt noch loswerden: Warum habe ich, wenn ich die Helme des Kreuzes morgens gezählt habe, immer nur 18 gezählt und nicht 19, auch wenn wir 19 Pilger waren? Dieses Rätsel wird mich sicher noch lange beschäftigen! (grins)

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