2017 | Spurensuche | Tour-Tagebuch

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Tagebuch der Teilnehmer an der Motorrad-Pilgerfahrt „Spurensuche“ - unterwegs auf Luthers und unseren eigenen Spuren…

8.-16. Juli 2017


1. Tag (Samstag, 08. Juli.2017)

Drüggelter Kapelle – Kloster Dalheim – Haus Iris, Sieber

 

Liebes Tagebuch „Lila“,

der Tag endete mit einer geselligen Runde von Fahrern aus verschiedenen KG´s, die Eindrücke von ihren Fahrten und witzige Anekdoten teilten. Stichwort „Pudding“ - hmm …. Gute Nacht :-)

Vorher war Abendbrot im „Kulmbacher Dachstuben“ und hier wurde ordentlich aufgetischt und, weil lecker, gerne verzehrt: Vorspeise: Hühnersuppe, Hauptgang: Schweinebraten mit Salzkartoffeln u. Rotkohl, Dessert: Schokoladenpudding mit Sahnetupferl.

Die Fahrten mit den Maschinen hatten uns trotz – oder wegen - des warmen und trockenen Wetters hungrig werden lassen. Unsere KG mit Tim als Tourguide (TG) hatte einen Umweg über Warburg gemacht, um für mich ein „Teilchen“ aus der Apotheke abzuholen und kam so auf 260 gefahrene Kilometer.

Vorher konnten alle Teilnehmer die Spurensuche im Kloster Dalheim, bei einer vielschichtigen Sicht auf das Leben/Wirken von Martin Luther, während einer ausgedehnten Führung in der Ausstellung, miterleben bzw. beginnen. Abschluss brachte ein kleiner Snack mit Kaffee und Kuchen sowie Gemüsesüppchen neben dem Klostergarten. Unsere Tourfahrten begannen aber natürlich vorher in der „Drüggelter Kapelle“. Thema unseres Zündfunkens war (lt. meiner Erinnerung) „Es ist nie zu spät etwas Neues zu beginnen!“ Auch wenn es für mich neu ist in solch einer Gruppe mitzufahren, auch wenn die Gruppe dich unterstützt, wenn du sie lässt - du bist derjenige der die Herausforderungen annimmt und auch schafft! Und genau dies macht auch echt viel Spaß.

Wilfried

 


2. Tag (Sonntag, 09. Juli 2017)

Haus Iris, Sieber – Kloster Helfta, Lutherstadt Eisleben

Good Morning, Lila.

Nach einer entspannten Nacht in der Herberge Sieber startet mein erster Zündfunke mit dem Strahlen meines Rücklichts. Was für ein leuchtender Tag, was für ein herrliches, köstliches Frühstück. Dankbarkeit steigt in mir auf. Ich darf mich einfach nur hinsetzten und genießen! Heute ist der Tag an dem du mich begleiten magst. Wir beiden auf den Spuren. Auf geht’s nach Elend. Was für ein seltsamer Name für einen kleinen Ort mit Harz. In der kleinsten Holzkirche Deutschlands werden wir einen Gottesdienst feiern. Es ist ein Ort der Stille, ein Ort der Gemeinschaft, ein Platz an dem wir uns und Gott begegnen werden. Die Feier ist stimmig mit schönen Texten und Gesang, begleitet vom Rhythmus der Gitarre. Ich fühle mich geborgen. Was für eine bewegende Gemeinschaft.

Wir machen uns auf zum Kloster Helfta in dem wir dann gemeinsam übernachten. Ich werde dich „Madame Lavendel“ in meinem Tankrucksack auf den Pfaden Martin Luthers durch die Straßen und Gassen zum Kloster bringen, vorbei an Feldern, Wäldern, Bächen und Seen, Hügel und Bergen. Auf geht’s! „Gute Fahrt“.
In Eisleben besuchen wir gemeinsam die Geburtsstätte und das Sterbehaus des Martin Luther. Beeindruckt bin ich von der Vielfalt seines Wirkens und den interessanten Ausführungen der Touristenführer. Was für ein Wissen steckt doch da in seiner Geschichte. Viele Bilder und Geschichten laufen in meinem Kopf umher. Erinnere dich an die Vergangenheit, träume von der Zukunft, aber lebe heute!

In der Kirche St. Petri-Pauli, in der Martin Luther getauft wurde, machen wir Rast. Ich öffne mit einem großen Metallschlüssel die Eingangstür um dich herein zu lassen. Eine schlichte Kirche mit wunderschönem Taufbecken. Ein helldurchfluteter Raum empfängt den Besucher. Ein Ort der Bewegung und der Stille. Diese Stille erfahre ich auch am Platz des Klosters. Eine spirituelle Kraft begleitet mich, ich spüre ganz deutlich meine weibliche Energie und fühle mich ein zweites Mal geborgen und getragen. Ein geschenkter wunderbarer Tag.

Sabine

 

 


3. Tag (Montag, 10. Juli 2017)

Kloster Helfta, Lutherstadt Eisleben (gepäckfrei)

Hallo Lila,

schön, dich kennenzulernen, hier bei dieser Pilgertour auf den Spuren Luthers. Ich hoffe, es ist dir heute nicht zu langweilig mit mir, im Kloster Helfta, den Tag zu verbringen. Ich habe in den letzten Tagen so viel von und über Luther gehört. Ich brauche eine Pause. Und hier auf der Bank im Labyrinth ist es wunderschön. Ein idealer Platz zum Innehalten.

Neue Erfahrungen für „Gashand, Geist und Seele“ steht auf meinem T-Shirt. Geist und Seele können sich an diesem Ort wirklich erholen. Mit der Gashand habe ich da so meine Schwierigkeiten. Ich bin nur eine Sozia. Meine Hand ist nicht am Gas. Meine Hände suchen Halt, wenn die Hand am Gas beschleunigt oder bremst. Ich bin nur eine Sozia. Aber ich habe Vertrauen in den Mann am Gas. Er wird es schon richtig machen, anziehen oder nachlassen. Auch damit mir nichts geschieht. Und ich habe Vertrauen in Gott, mit dem ich durchs Leben fahre und der mir Mut schenkt Gas zu geben, wenn ich noch zögere. Oder Besonnenheit, wenn ich mich mal wieder selbst überhole. Ich bin eine Sozia. Kein schlechter Platz! Denn ich fahre nie allein.

Marita

 


4. Tag (Dienstag, 11. Juli 2017)

Kloster Helfta – Landgut Ochsenkopf, Kemberg-Rotta

Liebes Tagebuch Lila,

heute habe ich dich im Gepäck. Wir haben die Klosteranlage Helfta verlassen, die uns zwei Tage als spiritueller Ort gedient hat. Vorbei ging es wieder an hügeligen Landschaften, an kleinen Seen, an Burgen und Schlössern – sogar Weinreben waren zu sehen.

Als Sozia kann man so eine Fahrt ganz anders genießen – den Fahrtwind – man kann seinen Gedanken nachhängen, immer hoffend, dass die Schutzengel mitkommen. Auf der „Straße der Romantik“ ging es ganz unromantisch an gedüngten Feldern vorbei. Ja, beim Motorradfahren werden alle Sinne angesprochen. Nach einer kulinarischen Pause erreichen wir unsere nächste Unterkunft, den idyllisch gelegenen Gasthof „Ochsenkopf“, wo wir freundlich empfangen werden. Was wird der Tag noch für uns bereithalten?

Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf den Weg nach Wittenberg, wir sind schließlich auf den Spuren von Martin Luther. Zuerst ging es in ein 360 Grad Panorama-Museum, auf drei Ebenen zu besichtigen. Man taucht ein in das Leben in Wittenberg im 16. Jahrhundert. Es war sehr ergreifend, grandios und hat mich den weiteren Nachmittag sehr beschäftigt.

Nach der Besichtigung der Schlosskirche und des Lutherhauses haben wir in der Kleingruppe über das Tagesthema gesprochen (was verbindet – was trennt uns) und festgestellt, dass wir in der Gruppe weiter zusammenwachsen und uns besser verstehen. Das ist für mich eine schöne, erfreuliche Erfahrung. Nach dem Abendessen ging es beim „Nachtickern“ lebhaft zu. Das Thema (Verbindung-Trennung der Konfessionen) wird uns noch weiter beschäftigen. Es bleibt spannend.

Bärbel

 


5. Tag (Mittwoch, 12. Juli 2017)

Landgut Ochsenkopf – Kloster Volkenroda

Hallo Lila, du liebes Tagebuch!

Dass ich heute ein paar Seiten in dir füllen darf, ist mir eine besondere Ehre! Denn ich bin noch nie im Leben so viel Motorrad gefahren, wie in den letzten fünf Tagen, 1175 km! Dabei war heute Mittag erst Bergfest, ob wir noch die 2000er Marke knacken?

Ja, Lila, ich durfte ganz viel lernen in den vergangenen Tagen, denn ich fahre erst seit 4 Jahren Motorrad, und das ist meine erste große Tour mit dieser Gruppe. Hier sind 24 nette und liebe Menschen auf Luthers Spuren unterwegs. Mit diesen Menschen macht es Freude zusammen zu sein. Das trifft besonders auf die vier Restlichen in meiner Gruppe zu. Ich fahre als Neuling in der Mitte, vor mir zwei BMWs. Sobald wir einen Ort verlassen und am Ortsausgangsschild sind, wird beschleunigt. Die 650-BMW röhrt dabei wie ein altes Dampfross, kein Wunder bei nur 1,9 ATÜ auf jedem Reifen. Beim Beschleunigen muss ich mich sehr anstrengen mit meinen 48 PS, aber ich komme mit. Hinten schirmen mich zwei nette Maschinen ab, besonders beim Überholen halten sie mir den Rücken frei, in dem sie früh auf die linke Seite ausscheren. Danke, liebe Gruppe für das Verständnis, wenn ich in den ersten Tagen etwas langsam war.

Nun zu heute! Wir steuern noch einmal Wittenberg an, wo vor 500 Jahren nicht nur die Kirche, sondern die Welt verändert wurde! Bei einer Ampel vor Wittenberg geht ein blinder Mensch über die Straße; er kann die Schönheit der Welt nicht sehen. Er kann die 254 km in 4,2 Stunden Fahrzeit nicht miterleben. Dabei mussten wir auf die leckere Bratwurst aus Thüringen und die Serpentinen des Kyffhäuser verzichten, denn es schüttete wie aus Kübeln, so dass wir unser Programm änderten und direkt über die Autobahn unser Ziel Volkenroda ansteuerten. Trotzdem erleben wir wieder ein reichhaltiges Picknick. Der Tisch war der Sitz eines Motorrads!
In Wittenberg entschädigte uns der Besuch der katholischen Mariengemeinde, wo wir einkehrten. Pfarrer Lorek erzählte, dass in Wittenberg 15 % Christen sind, 3 % Katholiken. 85 % gehören keiner Kirche an. Ein intensives Gespräch mit ihm, tolle Gastfreundschaft im Café. Am Ziel angekommen, fuhr Martin mit Rainer ins Krankenhaus wegen einem entzündeten Mückenstich. Rainer, gute Besserung, heute kannst du dich ja ausruhen, wir haben zwei Übernachtungen. Und übermorgen brauchst du dein linkes Bein nicht, deine Honda hat ja eine Schaltautomatik! So, lieber Gott, noch ein Wort an Dich persönlich: du hast uns heute mit so viel Wasser gesegnet, das reicht, segne uns heute bitte ohne Wasser.

• Sei vor uns und zeig uns den Weg auf Luthers Spuren
• Sei hinter uns und treib uns an bei Müdigkeit
• Sei neben uns, wenn wir vom Weg abkommen
• Sei unter uns und fange uns auf, wenn wir stürzen
• Sei über uns und segne uns, aber bitte wie gesagt, ohne Wasser!
• Segne uns die nächsten 5 Tage, du Vater, du Sohn, du hl. Geist.

Danke, dass ich euch kennenlernen durfte.

Euer Josef Becker

 


6. Tag (Donnerstag, 13. Juli 2017)

in Volkenroda

Hallo Lila,

heute ist der 7. Tag unserer Pilgerreise „Spurensuche“. Unterwegs auf den Spuren Martin Luthers, den Spuren der Ökumene und auch auf unseren eigenen Spuren. Als der Tag für mich heute Morgen mit einem Gottesdienst um 7.30 Uhr begann, wusste ich noch nicht, dass ich heute Abend, anstatt zwei Bier zu trinken, euch liebe Mitpilgerinnen und –pilger ein paar Zeilen schreibe. Nach dem heutigen Frühstück starteten wir gleich mit der Klosterführung. Sehr interessant wurde uns die Geschichte der Klosteranlage über die Gründung durch die Zisterzienser, die Zerstörung sowie deren Wiederaufbau nähergebracht. Besonders interessant waren die Klosterkirche und der Christus-Pavillon. Dieser wurde als ehemaliges Ausstellungsstück von der Expo Hannover im Jahre 2001 in das Klostergelände integriert. Der Pavillon dient heute als Begegnungsstätte und für Konzerte und Ausstrahlungen und Gottesdienste. Da unser Redner Motorradfahrer ist, sehen wir ihn bestimmt mal bei einer PmPS-Tour. Nun müssen wir auch schon los, der nächste Termin wartet schon (Stress beim Pilgern, wer hätte das gedacht).

Mit leichtem Gepäck bei bewölktem Himmel und noch kühlen Temperaturen machen wir uns auf den Weg nach Eisenach zum Lutherhaus. Doch einer fehlt, Rainer, mein Hintermann, ungewohnt, aber OK, er nimmt sich heute eine Auszeit und stöbert wahrscheinlich nebenan im Gitarrenladen. Alle Gruppen dieser Tour erreichen die Ausstellung zur Ökumene pünktlich. Schnell die Sachen verstaut, noch eine bunte Brille geschnappt und schon geht es los. Eine sehr interessante Ausstellung, welche die Sichtweisen der beiden Kirchen, - evangelisch und katholisch – getrennt würdigt und in der Ökumene vereint. Aber da war ja noch die Sache mit der Brille, ein Glas rot, die Sicht der Katholiken, ein Glas blau, die Sicht der Evangelen. Und dazu passend rote und blaue Untermalungen in den Darstellungen, aber genau anders herum. Also, frisch ans Werk.
Kneife ich das eine Auge zu, sehe ich als Katholik, das andere als Evangele. Und wenn ich beide Augen öffne, so sehe ich rot und blau, das ergibt wiederum lila = ökumenisches Tagebuch.

Nach der Ausstellung trennen wir uns wieder in unsere Kleingruppen und sehen uns doch alle in den nahegelegenen Cafés wieder. Bei Eis, Kaffee und Kuchen, mit Karte, Navi und Lesebrille ausgestattet planen wir den weiteren Tagesablauf. Wir entscheiden uns für Fahren statt Laufen und starten bei optimalen Bedingungen Richtung Schmalkalden. Durch den Thüringer Wald, über weite Felder, schönen Kurven fahren wir über den Rennsteig. Wir sehen Sommer-Rodelbahn, Skispringschanze und Klettergarten. Doch zum Verweilen keine Zeit, heute sind Kurven angesagt. Und dann, nicht schon wieder, Anne hat wieder eine Baustraße entdeckt; Durchfahrt verboten. Leichtfertig setzt sie unseren Punktestand 3 : 1 aufs Spiel; soll heißen vier Baustellen und nur einmal mussten wir umkehren. Der 1. km läuft, keine Baumaschinen, nichts; dann LKW, Bagger, alles steht. Ein Bauarbeiter versperrt den Weg, erzählt von zurückschicken und 60 € usw. Aber - entweder war es Annes Blick, ich sage nur „blaue Augen“, weiblicher Charme halt, oder weil er selbst Motorrad fährt, wir dürfen vorbei. Ergebnis: fünf Versuche,
4 : 1, aber diesmal mit gelber Karte; oder mit zwei blauen Augen davon gekommen. Weiterfahrt bei schönstem Wetter, dann Pause, uns läuft die Zeit davon, 18.30 Uhr gibt es Essen „warm“.

Wir kehren um, noch ein kurzer Stopp am Wasserfall zum Wasserlassen und dann ging es aber zügigst los, Richtung Volkenroda. Anne hatte wohl mächtig Hunger und zog ordentlich am Kabel, ich als Letzter flog mehr, als dass ich fuhr. Selbst an den beiden Sozia-Maschinen konnte ich kaum dranbleiben. Aber es war geil, machte richtig Spaß. Nur leicht verspätet, „Danke Anne“, erreichten wir den Speisesaal. Schnell gestärkt stand schon der nächste Termin an. Abendandacht mit Rainer unserem Quotenpfarrer. Er hatte den Tag genutzt und einige Vor-bereitungen getroffen. Bei Gitarrenklängen und gemeinsamen Liedern konnte jeder für sich zur Halbzeit Resümee ziehen oder einen Ausblick geben. Ich für mich sage nur, gut, wie „Sahnetorte mit Cappuccino“. Und schon wartet das nächste Highlight: „DVD-Abend“ über das Pop-Oratorium Luther aus der Dortmunder Westfalenhalle, live Mitschnitt. Marita war live daran beteiligt. Tolles Konzert, so viele Chöre, Gänsehaut.
Am späten Abend wird in der Weinstube noch kreativ an einem Lied gedichtet. Da bin ich mal gespannt, ich freu mich drauf. So, das war‘s, der Tag ist rum, ein letztes Bier, eine geile Tour.
Ich schließe mit „Leila ist geiler“

Wolfgang Elfert

 


7. Tag (Freitag, 14. Juli 2017)

Kloster Volkenroda – Hotel Alt-Laubach, Laubach

Der Tag beginnt wie immer: aufwachen, Katzenwäsche, packen, Frühstück, Zündfunken, aufrödeln, Schlüsselabgabe, bezahlen. Für mich ist das ein sehr besonderer Ort, da, wo Altes und Neues, auch architektonisch wunderbar, zusammenfindet, wo Stille herrscht und Offenheit – ich komme wieder. Nach meinem Ruhetag gestern fühlt es sich gut an, wieder aufzubrechen, gemeinsam auf Spurensuche zur gehen. Die frische Morgenluft tut gut. Mein Schnabeltier, wie ich die große Dicke aus Bayern nenne, pfeift ihr Lied über die Straßen. Die Thüringer Landschaften gleiten vorbei. Hier ist man sehr nahe dran an den versprochenen blühenden Landschaften. Welch eine Wohltat für die Augen nach den sachsen-anhaltischen Agrar-Steppen! Bei einer kurzen Rast sehen wir Mutterkühe mit ihren noch kleinen Kälbern. Die tollen wild herum und schlagen aus. Die Mamas geben ihren Missfallen über so viel jugendlichem Ungestüm lauthals Ausdruck - das pralle Leben! Bei Steinbach halten wir an. Nach einem kleinen Fußweg - pilgern ohne PS und ohne GS - sind wir an der Stelle, wo aus Martin Luther Junker Jörg wurde. Von dort wurde er auf die Wartburg gebracht, wo er die Bibel vom Lateinischen ins Deutsche übersetzte. Das imponiert mir. Wir wissen heute, dass er damit Geschichte schrieb, auch für Deutschland. Auf eine innige Weise fühle ich mich Thüringen immer noch sehr verbunden. Dort habe ich in der Nachwendezeit gearbeitet, es hätte Heimat werden können. Unsere große Mittagspause haben wir in Bad Liebenstein. Wilfried bestellt ein Super-Dooper-Turbo-Mega-Burner-Burger. Der Preis lässt auf eine ansehnliche Größe schließen. Als das Teil auf dem Tisch abgeladen wird, wird seine Größe von Wilfrieds schreckgeweiteten Augen übertroffen. Na dann, Mahlzeit! Uns anderen werden nur geringfügig überschaubarere Mengen serviert. Ich neige nicht zu Übertreibungen, das Ergebnis wird für die Nachwelt fotografisch festgehalten und im Fotobuch zu bestaunen sein – Ende des Werbeblocks!
Dann geht es weiter, immer weiter, das Baustellenlotto steht 2 : 0 für die Pilger.
Ach übrigens: Gruppe? wird!

Die ehemalige innerdeutsche Grenze fliegt vorbei, sie ist nicht mehr sichtbar, aber noch in manchen Köpfen. Ich gerate in einen Flow, alles funktioniert wie von selbst, das obere und das untere Teil des Motorrads werden zu einem Ganzen. Mich erreicht mein Ordnungsruf: Menschlein, Menschlein, überschätze dich nicht. Ankunft in Laubach mit Einfüllen diverser Kaltgetränke.

Zwei Fragen haben mich den ganzen Tag über bewegt:
1. Stellen wir uns einmal vor, der ehrenwerte Professor Martin Luther säße als Ehrengast in der ersten Reihe, neben anderer Prominenz, in der Westfalenhalle mit 20.000 Menschen anlässlich der Uraufführung seines Pop-Oratoriums. Was hätte er wohl drüber gedacht? Eine Antwort könnte die sein, die auch im Text des Oratoriums zu hören ist: es geht nicht um mich! Ich denke, es geht um Glauben, um den persönlichen Glauben, um die Beziehung zu Gott. Das ist etwas, was in derartigen Großveranstaltungen zu kurz kommt. Es gibt sicher noch mehr Antworten, die muss jeder für sich finden. Jedenfalls fühle ich mich mit meinem Glauben auf dieser Reise besser aufgehoben.
2. Stellen wir uns einmal vor, der ehrenwerte Professor Martin Luther, wohl unter dem Decknamen Junker Jörg, wäre mit uns auf seiner Moto-Guzzi, oder sollte ich besser landestypisch
eine MZ nehmen, unterwegs auf Spurensuche. Ich behaupte: vermutlich wäre er ziemlich begeistert, über Spaß, gutes Essen (siehe heute Mittag), geistige Getränke und geistlichen Input.
Doch da fällt mir ein: er fährt ja tatsächlich mit, er ist der Rahmen unserer Reise, dazu braucht er weder Guzzi noch MZ.

Wir hingegen – ganz irdisch – geben morgen wieder den Zündfunken, denn die Spurensuche geht erfreulicherweise morgen wieder weiter und hört auch dann nicht auf.

Thomas aus dem Noch-Süden für Pilgern mit GS

 


8. Tag (Samstag, 15. Juli 2017)

Hotel Alt-Laubach – Hotel Burgklause, Nickenich

Spurensuche Martin Luther, wir suchen – wir finden, aber der Reihe nach.
Wie es sich gehört, möchte ich mich erstmal dafür bedanken, dass wir, also Du Lila und ich, zueinander gefunden haben. Gut, Martin hat da etwas nachgeholfen, aber ich freue mich drüber, denn somit hat für mich nun diese Reise alle Komponenten, die ich mit für diese Spurensuche gewünscht habe und die für mich zu einer tollen Tour dazu gehören.
• die Vorfreude war lang und intensiv
• das Vortreffen hat die Stimmung verstärkt
• der Start am 08.07.ist super verlaufen
• auf unserer Spurensuche sind wir häufig fündig geworden
• WIR haben zueinander gefunden
• …später wird das Fotobuch sicher folgen
d. h.: es ist angerichtet.

Aber nun zum heutigen Tag. Ich werde Dir Zahlen, Daten und Gedanken anvertrauen und Dich somit an meiner Freude und meiner Tour bzw. Reise teilhaben lassen.
6:40 Uhr ich wach auf mit dem Gefühl, wirklich gut geschlafen zu haben, doch meine Augen wollen sich noch nicht wirklich öffnen.
7:00 Uhr Duschen. Die Dusche tut echt gut, erfrischt und macht mich fit für den Tag.
8:00 Uhr Frühstück – reichhaltig und gut, es ist eigentlich für jeden etwas dabei.
9:00 Uhr Zündfunken

Mittlerweile sind unsere Mopeds startklar und warten auf uns, aber sie müssen sich noch etwas gedulden. Wir feiern den Zündfunken mit obligatorischem Helmkreuz auf einer kleinen Brücke hinterm Hotel.
Stichworte: Brücke gleich verbinden, da bietet sich der Gedanke der Verbindung von katholischer und evangelischer Kirche an, somit Ökumene. „Bridge over trouble waters.”.
Lied: „Am Anfang war das Wort“

Erster Abschied von der Gruppe, Marita und Matthias treten den Heimweg an – in Gedanken sind wir bei Euch (später beim Nachtickern erfahren wir, dass sie gut daheim angekommen sind, sich jedoch als „aus dem Nest gefallen“ fühlen – den Gedanken kann ich teilen, jedoch sind sie jederzeit herzlich willkommen).

9:30 Uhr Jetzt aber auf die Mopeds und los. Marita und Matthias winken uns zum Abschied zu, ein komisches Gefühl, doch ich bin mir sicher, wir werden uns wiedersehen.
9:48 Uhr Tanken in Laubach-Wetterfeld, 3 km, Super kostet 1,309, 7,32 Liter, Rechnungsbetrag 9,58 €, na ja, das geht ja noch.
Laubach-Wetterfeld? So wie man es spricht, als FELD, aber es geht schon wieder los mit den Wortspielen. Das Wetter wird nicht fallen, also nicht „Wetter fällt“, mit „ä“, es wird sich halten, ich bin mir sicher, und es wird sich als richtig bestätigen – Ich freue mich darüber, nicht über die Bestätigung, aber das es wirklich Top-Fahrwetter war.
10:00 Uhr Unsere Kleingruppe muss abrupt bremsen und halten. Tim steht als erster (ist ja unser Guide), ca. 50 m vor der Gruppe, Dagmar wirkt irritiert. Mist, sie hat ihren Tankdeckel an der Tanke vergessen – Schade. Wilfried als kühner Ritter eilt umgehend zur Tanke zurück, um den „Hinterliegengebliebenen“ zu holen – in dem Moment passiert uns die Gruppe von Martin. Wir winken uns freundlich zu, Daumen hoch und gute Fahrt.
ab 10 Uhr Gedanken
Seit dem 2ten Tag habe ich Wilfrieds Rucksack als Gepäck auf meinem Moped. Solch eine Reise mit Rucksack? Nein, das ist doch nix. Wenn ich so darüber nachdenke, frage ich mich doch, warum wir (also alle und so) uns nicht häufiger einfach mal helfen und unterstützen – das tut doch gar nicht weh. Ich nehme also seine Last von ihm, er freut sich, ich freue mich, und wir werden von der Gruppe getragen und die Last wird immer leichter. Die mathematische Ableitung dazu lasse ich hier mal weg. Du, das Tagebuch fährst ja übrigens auch nicht bei mir mit, sondern bei Tim im Luxus-Liner. Dir soll es auf der Reise ja gut ergehen und unbeschadet und ohne „Eselsohren“ unser Tagesziel in Nickenich erreichen. Aber es stellt sich mir folgende Frage. Tagebuch schreiben – will ich das eigentlich?
Tagebuch = Leistungsdruck = Termine = Erwartungsdruck => Pflicht?
Nein, wenn es um Pflicht geht. Ja, wenn ich es schreiben darf => und so ist es.
Ich mache mir Gedanken über das Fotobuch zur Reise. Will ich das eigentlich wirklich machen? Fotobuch => viel Arbeit => viel Zeit => die eigene Messlatte liegt hoch => Leistungsdruck => Erwartungshaltung => Termine => Pflicht? Will ich das?
Nein, wenn es um Pflicht geht. Ja, wenn ich es schreiben darf und kann. Eigene Zielvorgabe: noch in 2017 - sollte zu schaffen sein.
11:15 Uhr Kurze Pause. Beine vertreten, in die Büsche oder hinter einen Baum treten, kurz was Trinken, Essen, Rauchen und schon geht es weiter – der Zeitplan ist heute etwas straffer.
12.30 Uhr Pause in Niederelbert. Leberkäs-Brötchen (teilweise mit Senf) aus der Fleischerei Kilian, anschließend noch Eis und/oder Heißgetränke im Eis-Café Abrazzo gegenüber. Es geht weiter, also auf die Mopeds und los.

Gedanken
Morgen ist schon Sonntag und wir werden unser Ziel erreichen. Wir sind uns alle einig, wir wollen nicht am Ziel ankommen, sondern lieber auf der Durchreise sein und die Gedanken weitertragen.
Wir wollen in dieser Beziehung erfolgreich sein. Erfolgreich? Da ist es wieder – will ich das wirklich? Erfolgreich => Leistungsdruck => Will ich das? Eine Antwort habe ich nicht wirklich für mich, aber ich freue mich, wenn ich es schaffe und wäre sehr dankbar dafür.
Fotografieren
Ja, ich mach viele Fotos und habe Freude daran, die ich gerne mit meinen Mitfahrerinnen und –fahrern teile, aber wie empfinden es wohl die anderen? Stört es?
Eigentlich gibt mir die Gruppe ein positives Feedback. Von daher nehme ich es als „genehmigt“ und „akzeptiert“ auf. Einige davon werden sicher den Weg ins Fotobuch finden und ich hoffe, sie werden neue Freude und Erinnerungen er-wecken.
Mich beschäftigt eine WhatsApp eines guten Freundes, „Hatte einen Autoun-fall, keine Schuld, Auto Totalschaden, mir geht es gut.“ Ich vertraue seinen Worten, aber wie sagt man: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Werde ihn morgen nach meiner Rückkehr umgehend anrufen, denn ich kenne die Bilder und habe Bilder im Kopf.
12:40 Uhr 140 km gefahren. Wir sind in Koblenz eingetroffen. Koblenz = Großstadt, jetzt ist eine gute Fahrgruppe und Disziplin gefragt. Bisher war die Strecke echt toll. Abwechslungsreiche Straßen und Landschaften, doch nun haben wir andere Umstände und das Fahren bekommt eine neue Anforderung. Fahren in der Gruppe, jedoch häufig gebremst durch Autos, LKW, Bus oder auch Radfahrer. Ich werde etwas unruhig, aber das ist absolut unbegründet. Wir, ja WIR als Gruppe funktionieren und geben auf einander Acht. Auch diese Aufga-be/Prüfung bestehen wir gemeinsam ? Ich bin stolz auf uns, uns als Gruppe.
14:25 Uhr Ankommen am Hotel „Burgklause“ – 175 km gefahren, fix abpacken und es geht schon weiter – wir haben um 15 Uhr einen Termin.
14:48 Uhr Wir erreichen den Parkplatz vom Kloster Maria Laach. Ticket bezahlen und per Pedes hoch zur Pforte.
15:00 Uhr Geschafft – pünktlich sind wir am Etappenziel angekommen.
Dr. Lindfeld und Pater Augustinus begrüßen einander, dann werden wir begrüßt und schon beginnt für uns eine tolle Erfahrung. Wir dürfen uns die Wanderausstellung „Luther in Laach“ anschauen. Betonung liegt hier auf WIR.

Wir alle als Gruppe.
Das Besondere daran: Sie befindet sich in der historischen Jesuiten-Bibliothek, welche 260.000 Bände besitzt und davon ca. 50.000 in der Bibliothek uns tatsächlich zeigen – ein gewaltiger und überwältigender Anblick. Pa-ter Augustinus erläutert uns die Wanderausstellung sehr interessant und lebendig. Wollte ich hier Details berichten, so wäre die sicher ein eigenes Buch wert, daher hier nur ein paar Stichworte:
Zwei Grundfragen:
1. Woher hat Luther das, was er sagt?
2. Was wurde aus dem, was Luther gesagt hat?
Die Ausstellungsobjekte befinden sich in 11 Schaukästen die folgende Beschriftungen haben:
1. Im Dialog mit Luther
2. Luther im Dialog mit der Heiligen Schrift
3. Luther im Dialog mit Augustinus
4. Luther im Dialog mit Bernhard von Clairvaux
5. Kritischer Dialog
6. Übersetzung als Dialog
7. Luther im Dialog mit Luther
8. Bekenntnis im Dialog
9. Liturgie als Dialog
10. Verweigerter Dialog
11. Ökumenischer Dialog
Als Fazit der Ausstellung halt ich für mich fest: eine tolle Erfahrung, diese Ausstellung in diesen Räumen gesehen zu haben. An dieser Stelle mein Dank an all denen, die dieses ermöglicht haben, nicht zuletzt an Pater Augustinus, der uns vieles sehr nahe gebracht hat.
16:00 Uhr Wir genießen noch etwas Zeit vor dem Dom bzw. einige von uns gehen auch hinein. Ich widme mich dem Fotografieren. Diesmal der kleine Playmobil-Luther vor dem großen Dom. Meine Meinung: teilweise klasse Bilder.
16:35 Uhr Wir verlassen den Vorplatz.
16:45 Uhr Kaffee, Tee und/oder weitere Kaltgetränke mit Streuselkuchen im Café bzw. im Kloster-Biergarten.
17:30 Uhr Nachtickern im Kloster-Biergarten. Ich denke, ein offener ehrlicher Austausch und wir resümieren im Kollektiv: Ein toller Tag und eine tolle gemeinsame Pilger-Wochen-Zeit mit vielen neuen Ein- und Ansichten. Die Spurensuche jedes Einzelnen geht weiter.
17:48 Uhr Es geht weiter – ab zum Parkplatz.
17:55 Uhr Wir entdecken auf dem Parkplatz zwei Motorräder aus Paderborn, ohne Fahrer, bzw. Fahrerin. Also, zwei Visitenkarten dran und weiter.
18:00 Uhr Abfahrt zur nächsten Tanke - eine Shell. Ein paar Daten: 179 km, 1,299 €/l Getankt 9,03 Liter. Verbrauch = 5,044 l/100 km. Das kann sich sehen lassen.
18:15 Uhr Abfahrt von der Tanke. Wir entdecken ein Schild. Durchfahrt verboten – Motorräder frei. Natürlich kollektives Lächeln unterm Helm.
18:30 Uhr Rückkehr an der Burg Klause in Nickenich. Angekommen für heute, zumindest geographisch. 185 km, mein Moped hat nun 78.275 km geschafft. Ich bin stolz auf sie.
19:00 Uhr Essenszeit. 3-Gänge-Menü, das wir uns schmecken lassen, ergänzt durch das ein oder andere Kaltgetränk.
21:00 Uhr Nachtickern in der großen Runde mit Reflexion auf die Woche aus verschiedenen Perspektiven.
21:45 Uhr Ende des Nachtickern mit dem „Pilgern-mit-PS-Blues“
Anschließend lassen wir den Abend im Kollektiv ausklingen. Dabei erzählt mir Martin noch, was sich bei ihnen heute in Grävenwiesbach zugetragen hat. Worum ging es? Martin wollte Diakon Pauli ein Fotobuch des diesjährigen BDW übergeben. Leider war er persönlich nicht zugegen, aber dafür lernte die Gruppe um Martin, also Sabine, Josef, Conny und Michael seine Frau kennen. Die Überraschung ist wohl dennoch gelungen. Ich denke, wenn „Pauli“ aus Kiel zurückkehrt, wird er sich melden.
Nach so vielen Worten möchte ich nun meine Ausführungen mit wenigen schließen: Vielen Dank & ich bin glücklich darüber, dass ich dies alles mit solch einer tollen Gruppe erleben darf.

Mike aus Tö.

 

 


 9. Tag (Sonntag, 16. Juli 2017)

Der letzte Tag unserer Spurensuche!

Um 7.30 Uhr wird gemeinsam gefrühstückt. Die erste Frage ist: Bleibt es trocken oder werden wir gesegnet? Es soll trocken bleiben aber bewölkt sein. Also keine Pelle anziehen, prima!

Alles zusammenpacken, Schlüssel abgeben, danach kommt der Zündfunke. Als Mike nun Lila nimmt, um vorzulesen, man glaubt es kaum, fängt es an zu regnen. Mike liest immer schnel-ler, doch Lila wird ganz schön nass. Nun Pelle an und los.

Wir fahren in unseren Gruppen nach Altenberg zum Dom. Kurz vor Altenberg wurden wir auf einer kurvenreichen Strecke durchgeschüttelt (fast wie im Riesengebirge). Am Dom ange-kommen nun Kaffee trinken und Kuchen essen.

Ich gehe allein in den Dom, bemerke sofort, dass ich nicht oft in eine katholische Kirche gehe, sonst würde mir der Weihrauch öfter in der Nase sein. Schaue mir die schönen großen Fens-ter an, nun schnell wieder raus. Auf einmal möchte ich nach Hause.
Ich verabschiede mich von allen, vielleicht sieht man sich beim Nachtreffen wieder, wäre schön.
Ich habe mich in „meiner Gruppe" immer wohl gefühlt. Es war schön, dass neue Gesichter dabei waren.

Gerade denke ich an einen Spruch von Dietrich Bonhoeffer:
Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurch finden zu den großen Gedanken, die einen stärken.
„Pilgern mit PS verbinde ich für mich mit großen Gedanken"

Rita

 

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