2017 | Spurensuche | Tour-Tagebuch

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8. Tag (Samstag, 15. Juli 2017)

Hotel Alt-Laubach – Hotel Burgklause, Nickenich

Spurensuche Martin Luther, wir suchen – wir finden, aber der Reihe nach.
Wie es sich gehört, möchte ich mich erstmal dafür bedanken, dass wir, also Du Lila und ich, zueinander gefunden haben. Gut, Martin hat da etwas nachgeholfen, aber ich freue mich drüber, denn somit hat für mich nun diese Reise alle Komponenten, die ich mit für diese Spurensuche gewünscht habe und die für mich zu einer tollen Tour dazu gehören.
• die Vorfreude war lang und intensiv
• das Vortreffen hat die Stimmung verstärkt
• der Start am 08.07.ist super verlaufen
• auf unserer Spurensuche sind wir häufig fündig geworden
• WIR haben zueinander gefunden
• …später wird das Fotobuch sicher folgen
d. h.: es ist angerichtet.

Aber nun zum heutigen Tag. Ich werde Dir Zahlen, Daten und Gedanken anvertrauen und Dich somit an meiner Freude und meiner Tour bzw. Reise teilhaben lassen.
6:40 Uhr ich wach auf mit dem Gefühl, wirklich gut geschlafen zu haben, doch meine Augen wollen sich noch nicht wirklich öffnen.
7:00 Uhr Duschen. Die Dusche tut echt gut, erfrischt und macht mich fit für den Tag.
8:00 Uhr Frühstück – reichhaltig und gut, es ist eigentlich für jeden etwas dabei.
9:00 Uhr Zündfunken

Mittlerweile sind unsere Mopeds startklar und warten auf uns, aber sie müssen sich noch etwas gedulden. Wir feiern den Zündfunken mit obligatorischem Helmkreuz auf einer kleinen Brücke hinterm Hotel.
Stichworte: Brücke gleich verbinden, da bietet sich der Gedanke der Verbindung von katholischer und evangelischer Kirche an, somit Ökumene. „Bridge over trouble waters.”.
Lied: „Am Anfang war das Wort“

Erster Abschied von der Gruppe, Marita und Matthias treten den Heimweg an – in Gedanken sind wir bei Euch (später beim Nachtickern erfahren wir, dass sie gut daheim angekommen sind, sich jedoch als „aus dem Nest gefallen“ fühlen – den Gedanken kann ich teilen, jedoch sind sie jederzeit herzlich willkommen).

9:30 Uhr Jetzt aber auf die Mopeds und los. Marita und Matthias winken uns zum Abschied zu, ein komisches Gefühl, doch ich bin mir sicher, wir werden uns wiedersehen.
9:48 Uhr Tanken in Laubach-Wetterfeld, 3 km, Super kostet 1,309, 7,32 Liter, Rechnungsbetrag 9,58 €, na ja, das geht ja noch.
Laubach-Wetterfeld? So wie man es spricht, als FELD, aber es geht schon wieder los mit den Wortspielen. Das Wetter wird nicht fallen, also nicht „Wetter fällt“, mit „ä“, es wird sich halten, ich bin mir sicher, und es wird sich als richtig bestätigen – Ich freue mich darüber, nicht über die Bestätigung, aber das es wirklich Top-Fahrwetter war.
10:00 Uhr Unsere Kleingruppe muss abrupt bremsen und halten. Tim steht als erster (ist ja unser Guide), ca. 50 m vor der Gruppe, Dagmar wirkt irritiert. Mist, sie hat ihren Tankdeckel an der Tanke vergessen – Schade. Wilfried als kühner Ritter eilt umgehend zur Tanke zurück, um den „Hinterliegengebliebenen“ zu holen – in dem Moment passiert uns die Gruppe von Martin. Wir winken uns freundlich zu, Daumen hoch und gute Fahrt.
ab 10 Uhr Gedanken
Seit dem 2ten Tag habe ich Wilfrieds Rucksack als Gepäck auf meinem Moped. Solch eine Reise mit Rucksack? Nein, das ist doch nix. Wenn ich so darüber nachdenke, frage ich mich doch, warum wir (also alle und so) uns nicht häufiger einfach mal helfen und unterstützen – das tut doch gar nicht weh. Ich nehme also seine Last von ihm, er freut sich, ich freue mich, und wir werden von der Gruppe getragen und die Last wird immer leichter. Die mathematische Ableitung dazu lasse ich hier mal weg. Du, das Tagebuch fährst ja übrigens auch nicht bei mir mit, sondern bei Tim im Luxus-Liner. Dir soll es auf der Reise ja gut ergehen und unbeschadet und ohne „Eselsohren“ unser Tagesziel in Nickenich erreichen. Aber es stellt sich mir folgende Frage. Tagebuch schreiben – will ich das eigentlich?
Tagebuch = Leistungsdruck = Termine = Erwartungsdruck => Pflicht?
Nein, wenn es um Pflicht geht. Ja, wenn ich es schreiben darf => und so ist es.
Ich mache mir Gedanken über das Fotobuch zur Reise. Will ich das eigentlich wirklich machen? Fotobuch => viel Arbeit => viel Zeit => die eigene Messlatte liegt hoch => Leistungsdruck => Erwartungshaltung => Termine => Pflicht? Will ich das?
Nein, wenn es um Pflicht geht. Ja, wenn ich es schreiben darf und kann. Eigene Zielvorgabe: noch in 2017 - sollte zu schaffen sein.
11:15 Uhr Kurze Pause. Beine vertreten, in die Büsche oder hinter einen Baum treten, kurz was Trinken, Essen, Rauchen und schon geht es weiter – der Zeitplan ist heute etwas straffer.
12.30 Uhr Pause in Niederelbert. Leberkäs-Brötchen (teilweise mit Senf) aus der Fleischerei Kilian, anschließend noch Eis und/oder Heißgetränke im Eis-Café Abrazzo gegenüber. Es geht weiter, also auf die Mopeds und los.

Gedanken
Morgen ist schon Sonntag und wir werden unser Ziel erreichen. Wir sind uns alle einig, wir wollen nicht am Ziel ankommen, sondern lieber auf der Durchreise sein und die Gedanken weitertragen.
Wir wollen in dieser Beziehung erfolgreich sein. Erfolgreich? Da ist es wieder – will ich das wirklich? Erfolgreich => Leistungsdruck => Will ich das? Eine Antwort habe ich nicht wirklich für mich, aber ich freue mich, wenn ich es schaffe und wäre sehr dankbar dafür.
Fotografieren
Ja, ich mach viele Fotos und habe Freude daran, die ich gerne mit meinen Mitfahrerinnen und –fahrern teile, aber wie empfinden es wohl die anderen? Stört es?
Eigentlich gibt mir die Gruppe ein positives Feedback. Von daher nehme ich es als „genehmigt“ und „akzeptiert“ auf. Einige davon werden sicher den Weg ins Fotobuch finden und ich hoffe, sie werden neue Freude und Erinnerungen er-wecken.
Mich beschäftigt eine WhatsApp eines guten Freundes, „Hatte einen Autoun-fall, keine Schuld, Auto Totalschaden, mir geht es gut.“ Ich vertraue seinen Worten, aber wie sagt man: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Werde ihn morgen nach meiner Rückkehr umgehend anrufen, denn ich kenne die Bilder und habe Bilder im Kopf.
12:40 Uhr 140 km gefahren. Wir sind in Koblenz eingetroffen. Koblenz = Großstadt, jetzt ist eine gute Fahrgruppe und Disziplin gefragt. Bisher war die Strecke echt toll. Abwechslungsreiche Straßen und Landschaften, doch nun haben wir andere Umstände und das Fahren bekommt eine neue Anforderung. Fahren in der Gruppe, jedoch häufig gebremst durch Autos, LKW, Bus oder auch Radfahrer. Ich werde etwas unruhig, aber das ist absolut unbegründet. Wir, ja WIR als Gruppe funktionieren und geben auf einander Acht. Auch diese Aufga-be/Prüfung bestehen wir gemeinsam ? Ich bin stolz auf uns, uns als Gruppe.
14:25 Uhr Ankommen am Hotel „Burgklause“ – 175 km gefahren, fix abpacken und es geht schon weiter – wir haben um 15 Uhr einen Termin.
14:48 Uhr Wir erreichen den Parkplatz vom Kloster Maria Laach. Ticket bezahlen und per Pedes hoch zur Pforte.
15:00 Uhr Geschafft – pünktlich sind wir am Etappenziel angekommen.
Dr. Lindfeld und Pater Augustinus begrüßen einander, dann werden wir begrüßt und schon beginnt für uns eine tolle Erfahrung. Wir dürfen uns die Wanderausstellung „Luther in Laach“ anschauen. Betonung liegt hier auf WIR.

Wir alle als Gruppe.
Das Besondere daran: Sie befindet sich in der historischen Jesuiten-Bibliothek, welche 260.000 Bände besitzt und davon ca. 50.000 in der Bibliothek uns tatsächlich zeigen – ein gewaltiger und überwältigender Anblick. Pa-ter Augustinus erläutert uns die Wanderausstellung sehr interessant und lebendig. Wollte ich hier Details berichten, so wäre die sicher ein eigenes Buch wert, daher hier nur ein paar Stichworte:
Zwei Grundfragen:
1. Woher hat Luther das, was er sagt?
2. Was wurde aus dem, was Luther gesagt hat?
Die Ausstellungsobjekte befinden sich in 11 Schaukästen die folgende Beschriftungen haben:
1. Im Dialog mit Luther
2. Luther im Dialog mit der Heiligen Schrift
3. Luther im Dialog mit Augustinus
4. Luther im Dialog mit Bernhard von Clairvaux
5. Kritischer Dialog
6. Übersetzung als Dialog
7. Luther im Dialog mit Luther
8. Bekenntnis im Dialog
9. Liturgie als Dialog
10. Verweigerter Dialog
11. Ökumenischer Dialog
Als Fazit der Ausstellung halt ich für mich fest: eine tolle Erfahrung, diese Ausstellung in diesen Räumen gesehen zu haben. An dieser Stelle mein Dank an all denen, die dieses ermöglicht haben, nicht zuletzt an Pater Augustinus, der uns vieles sehr nahe gebracht hat.
16:00 Uhr Wir genießen noch etwas Zeit vor dem Dom bzw. einige von uns gehen auch hinein. Ich widme mich dem Fotografieren. Diesmal der kleine Playmobil-Luther vor dem großen Dom. Meine Meinung: teilweise klasse Bilder.
16:35 Uhr Wir verlassen den Vorplatz.
16:45 Uhr Kaffee, Tee und/oder weitere Kaltgetränke mit Streuselkuchen im Café bzw. im Kloster-Biergarten.
17:30 Uhr Nachtickern im Kloster-Biergarten. Ich denke, ein offener ehrlicher Austausch und wir resümieren im Kollektiv: Ein toller Tag und eine tolle gemeinsame Pilger-Wochen-Zeit mit vielen neuen Ein- und Ansichten. Die Spurensuche jedes Einzelnen geht weiter.
17:48 Uhr Es geht weiter – ab zum Parkplatz.
17:55 Uhr Wir entdecken auf dem Parkplatz zwei Motorräder aus Paderborn, ohne Fahrer, bzw. Fahrerin. Also, zwei Visitenkarten dran und weiter.
18:00 Uhr Abfahrt zur nächsten Tanke - eine Shell. Ein paar Daten: 179 km, 1,299 €/l Getankt 9,03 Liter. Verbrauch = 5,044 l/100 km. Das kann sich sehen lassen.
18:15 Uhr Abfahrt von der Tanke. Wir entdecken ein Schild. Durchfahrt verboten – Motorräder frei. Natürlich kollektives Lächeln unterm Helm.
18:30 Uhr Rückkehr an der Burg Klause in Nickenich. Angekommen für heute, zumindest geographisch. 185 km, mein Moped hat nun 78.275 km geschafft. Ich bin stolz auf sie.
19:00 Uhr Essenszeit. 3-Gänge-Menü, das wir uns schmecken lassen, ergänzt durch das ein oder andere Kaltgetränk.
21:00 Uhr Nachtickern in der großen Runde mit Reflexion auf die Woche aus verschiedenen Perspektiven.
21:45 Uhr Ende des Nachtickern mit dem „Pilgern-mit-PS-Blues“
Anschließend lassen wir den Abend im Kollektiv ausklingen. Dabei erzählt mir Martin noch, was sich bei ihnen heute in Grävenwiesbach zugetragen hat. Worum ging es? Martin wollte Diakon Pauli ein Fotobuch des diesjährigen BDW übergeben. Leider war er persönlich nicht zugegen, aber dafür lernte die Gruppe um Martin, also Sabine, Josef, Conny und Michael seine Frau kennen. Die Überraschung ist wohl dennoch gelungen. Ich denke, wenn „Pauli“ aus Kiel zurückkehrt, wird er sich melden.
Nach so vielen Worten möchte ich nun meine Ausführungen mit wenigen schließen: Vielen Dank & ich bin glücklich darüber, dass ich dies alles mit solch einer tollen Gruppe erleben darf.

Mike aus Tö.

 

 

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